Fördermittel für die Projekte der Altenhilfe

logo_mehrgenerationenhausViele Einrichtungsleitungen der Altenhilfe stellen sich die Frage, wie sie diese Mittel für die Finanzierung ihrer Einrichtungen nutzen können.

Wenn man sich in der Branche umhört, erfährt man von zahlreichen Aktivitäten, die durch Fördermittel subventioniert werden. Der DRK-Kreisverband Hagen erhält 300.000 Euro für den Neubau einer stationären Pflegeeinrichtung von der Deutschen Fernsehlotterie. Das Diakonische Werk Neuendettelsau wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei einem Gesundheitsprojekt für die Mitarbeiter in einem Pflegeheim mit mehreren hunderttausend Euro unterstützt. Und der Caritasverband der Diözese Görlitz bekommt Fördermittel der Auerbach Stiftung für den Aufbau eines Kompetenz- und Dienstleistungszentrums für die Altenhilfe.

Nicht alles wird gefördert

Wie geht man nun am besten vor, wenn man Fördergelder für die Aktivitäten seiner Einrichtung gewinnen möchte? Zuerst muss man sich einen Überblick verschaffen, welche Vorhaben überhaupt für einen Förderung infrage kommen. Nicht überall, wo Finanzierungslücken auftauchen, lassen sich Fördermittel einsetzen!

Das eigene Vorhaben an die Förderinstitution „verkaufen“

FördermittelsucheJeder Fördermittelgeber verfolgt seine eigenen Interessen und Ziele. Das Arbeitsministerium will die Zahl der Arbeitslosen verringern, eine Landesstiftung möchte innovative Projekte mit Pilotcharakter unterstützen und eine private Stiftung interessiert sich beispielsweise für anthroposophisch ausgerichtete Pflegekonzepte. Nur wenn Ihr Vorhaben 100-prozentig zu den Zielen der Förderinstitution passt, kommt es zu einer Förderung. Mit der folgenden Checkliste können Sie überprüfen, inwieweit Ihr Vorhaben für einen Förderer attraktiv sein könnte.

Welche Vorhaben haben gute Förderaussichten?

  • Innovative Konzepte mit überregionaler Bedeutung
  • Ambulante, quartiersbezogene und generationsübergreifende Versorgungsstrukturen
  • Ehrenamtliche Aktivitäten und Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Arbeitsmarktmaßnahmen (z. B. Gesundheitsmanagement, Schaffung von Ausbildungsplätzen, Personalgewinnung)
  • Klimaschutz und energetische Sanierung
  • Gemeinnützige Vorhaben
  • Lokale, regionale und überregionale Vorhaben, für die es sehr hohen nachweisbaren Bedarf und hohe öffentliche Relevanz gibt
  • Vorhaben, die in frühestens drei bis sechs Monaten beginnen

Was wird in der Regel nicht gefördert?

  • Laufende Budgetlücken und Verluste aus Vorjahren
  • Bereits begonnene Maßnahmen
  • Leistungen, die durch die Regelfinanzierung abgedeckt werden (müssten) und zu den Standardaufgaben eines Trägers gehören
  • Vorhaben, zu denen Sie keinerlei Eigenmittel zusteuern können
  • Neubauprojekte ohne ausgeprägten regionalen Bedarf

Überblick im Förderdschungel

Deutschlandweit gibt es mehrere zehntausend Förderquellen, die grundsätzlich für gemeinnützige und gewerbliche Aktivitäten in der Altenhilfe infrage kommen. Für Einsteiger in die Thematik ist es nicht leicht, sich in diesem Förderdschungel zurechtzufinden. Im Folgenden erhalten Sie einen ersten Überblick.

Förderung der öffentlichen Hand

Vor fünf bis zehn Jahren gab es noch zahlreiche Förderprogramme der öffentlichen Hand, um Versorgungslücken in der stationären Versorgung zu schließen. Angesichts der inzwischen sehr guten Versorgungsstrukturen und zum Teil eines Überangebots sind diese Finanzierungsmöglichkeiten alle ausgelaufen.

Die Förderung durch Bundesministerien, Landesministerien, Bezirke, Kreise und Kommunen konzentriert sich heute vor allem auf innovative Modellprojekte, arbeitsmarktpolitische Maßnahmen (z. B. zusätzliche Ausbildungsplätze in der Altenpflege) und Projekte zum Klimaschutz und zur energetischen Sanierung. Viele Förderungen können sowohl von gemeinnützigen, als auch von öffentlichen oder gewerblichen Trägern genutzt werden.

Lotteriemittel

kda_dachEtwa 40 Prozent der Einnahmen der staatlichen Lotteriespiele in Deutschland werden für die Förderung von gemeinnützigen Aktivitäten verwendet. Am wichtigsten für die Altenhilfe sind dabei die Deutsche Fernsehlotterie/Deutsches Hilfswerk und das Kuratorium Deutsche Altenhilfe. Diese fördern den Neubau und die Renovierung von stationären und ambulanten Einrichtungen, aber auch die Einrichtung von Demenzgärten oder die Qualifizierung von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Personal. Diese Mittel können nur von freien, gemeinnützigen Trägern genutzt werden. Die Antragstellung erfolgt in der Regel über den eigenen Wohlfahrtsverband.

Fördermittel von privaten Stiftungen, Organisationen und Unternehmen

Aktion DemenzAuch private Institutionen fördern ausgewählte Schwerpunkte in der Altenhilfe. Hier gibt es eine große Vielfalt von Themen: Die Robert Bosch Stiftung hat einen Förderschwerpunkt „Demenz in der Kommune“, der Generali Zukunftsfonds fördert bürgerschaftliches Engagement der Generation 55+ und die Auerbach Stiftung unterstützt ein Projekt der Kunsttherapie für demente Bewohner. Fördervoraussetzung ist auch bei privaten Gebern meist ein gemeinnütziger Status.

Viele Förderquellen agieren nur im regionalen und lokalen Umfeld

sparkasse logoWichtig ist an dieser Stelle der Hinweis, dass 70 Prozent aller Förderquellen ausschließlich im regionalen oder lokalen Umfeld aktiv sind. Typisches Beispiel sind die Förderaktivitäten von Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese fördern gemeinnützige Aktivitäten im eigenen Geschäftsgebiet, beispielsweise Fahrzeuge, therapeutische Gärten, die auch öffentlich zugänglich sind, oder generationsübergreifende Ehrenamtsprojekte.

Fördermittel können einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung von Aktivitäten in der Altenhilfe leisten

Fördermittel sind sicher kein Allheilmittel, um den Finanzierungsbedarf in allen Bereichen der Altenhilfe zu decken. Bei bestimmten Vorhaben, die zu den Zielen der Förderprogramme passen, können sie einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Entlastung darstellen. Sie können insbesondere innovative Projekte ermöglichen, die allein mit Eigenmitteln nicht umsetzbar wären. Das Einwerben der Fördermittel bedeutet aber immer einen Mehraufwand und erfordert eine professionelle Vorgehensweise.

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