Fördermittel Budgetplanung (Teil 2): Die Elemente der Einnahmeseite

Im zweiten Teil unserer dreiteilige Miniserie über die richtige Budgetplanung für Förderanträge widmen wir uns der Einnahmenseite.

Da eine Vollfinanzierung durch den Förderer in der Regel ausgeschlossen ist, werden auf der Einnahmeseite mehrere Posten stehen.

Auch bei gemeinnützigen Aktivitäten sollte man zuerst genau prüfen, ob es nicht möglich ist, Einnahmen zu generieren. Das können bei kulturellen Veranstaltungen Eintrittsgelder sein und bei Qualifizierungsmaßnahmen oder sozialen Dienstleistungen die Eigenbeiträge der Teilnehmer und Klienten. Vielleicht lässt sich die Projektdokumentation als Fachbuch vermarkten oder die gewonnenen Konzepte und Erfahrungen können in Form von kostenpflichtigen Seminaren und Tagungen verbreitet werden.

Vielleicht haben Sie bereits Förderanträge an mehrere Institutionen gestellt und entsprechende Förderzusagen erhalten. Diese müssen ebenfalls auf der Einnahmeseite verzeichnet werden.

Fast alle Förderprogramme fordern einen angemessenen Eigenbeitrag des Antragstellers zum Projekt. Meist liegt er zwischen 25 und 50 Prozent der Gesamtkosten. Wenn Sie eine höhere Eigenleistung als verlangt aufbringen können, wird das in der Regel zu Ihren Gunsten sprechen. Manche Institutionen nennen einen festen Höchstfördersatz, andere fordern einen „substanziellen Eigenbeitrag“. Im Zweifelsfall empfiehlt sich auch hier eine direkte Kontaktaufnahme.

Die Höhe der Eigenbeteiligung wird als Ausdruck des eigenen Engagements für das Vorhaben bewertet

Den meisten Organisationen fällt es leichter, vorhandene Sach- und Personalmittel in ein Projekt einzubringen, als Finanzmittel. Daher wird man immer versuchen, die nicht-monetären Beiträge des Antragstellers und seiner Kooperationspartner auf der Einnahmeseite zu berücksichtigen. In vielen Fällen ist das vonseiten der Förderinstitution auch möglich, die Details sind meist in der Ausschreibung definiert.

Orientieren Sie sich dabei aber immer an den branchenüblichen Vergleichskosten. Zu beachten ist insbesondere bei Personalkosten, dass Sie die Mitarbeiter im Förderprojekt häufig auch formell (z. B. als Zusatz zum Arbeitsvertrag) für die Projektarbeiten freistellen müssen. Geübten Antragstellern gelingt es so, den Eigenanteil fast vollständig abzudecken.

Orientieren Sie sich beim Einsatz von Sach- und Personalmitteln als Einnahmen immer an den branchenüblichen Vergleichskosten!

Vielleicht haben Sie zusätzlich auch noch weitere Spenden- und Sponsorenbeiträge für das Projekt gesammelt, die Sie als Eigenmittel ansetzen können. Berücksichtigen Sie bei der Zusammenstellung der Einnahmeseite die folgende Checkliste:

Eigenmittel:

  • Vorhandene Rücklagen/Eigenkapital
  • bereits eingeworbenen Spenden
  • Mittel aus dem regulärem Haushalt, die anderweitig finanziert sind
  • Geldwert von Arbeitseinsatz (haupt- und ehrenamtliche), Infrastruktur (z. B. Büromaterial, Räumlichkeiten) und Dienstleistungen (z. B. Öffentlichkeitsarbeit)

Externe Mittel (geplant oder bereits eingeworben):

  • Öffentliche Zuschüsse (z. B. von Komune, Land, Ministerien)
  • Private Zuschüsse (z. B. von Stiftungen, Medienfonds)
  • Sponsoringbeiträge und Spenden
  • Kredite, Bürgschaften

Einnahmen aus dem Vorhaben:

  • Eigenbeiträge der Teilnehmer
  • Deckungsbeiträge aus Produkten und Dienstleistungen

Wenn Sie diese Posten systematisch durch gegangen sind, sollten Sie die Einnahmeseite vollständig abgebildet haben.

Im dritten und letzten Teil unserer Serie, nehmen wir die Ausgabenseite unter die Lupe.

Fotonachweis: istock MsLexx

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  1. Fördermittel Budgetplanung (Teil 1): Grundregeln | Fördermittel BlogFördermittel Blog - 30. Mai 2014

    […] nächsten Teil unserer Miniserie sehen wir uns dann zusammen die Elemente der Einnahmenseite genauer […]