Aktuelle Förderausschreibungen der Robert Bosch Stiftung (Teil 2)

In diesem zweiten Teil des Artikels möchte ich drei Ausschreibungen zu den Themen “demografischer Wandel”, “deutsch-türkische Schulprojekte” und “Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz” vorstellen. Außerdem gehe ich auf das meiner Meinung nach sehr schlanke und unbürokratische Antragsverfahren der Robert Bosch Stiftung ein.

Im ersten Teil des Artikels ging es um die Förderschwerpunkte der Stiftung und die Förderausschreibungen im Bereich „Integration junger Migrantinnen und Migranten“, „Kooperationen zwischen Schulen und Geistes-/Sozialwissenschaften“, „Palliativversorgung“.

1. Neulandgewinner – den demografischen Wandel gestalten

Ziele des Förderprogramms: lebenswerte Gestaltung von Städten und Dörfern im Osten Deutschlands in Hinblick auf den demografischen Wandel.

Mögliche Inhalte des Vorhabens: unkonventionelle Wege, die folgenden Kriterien gerecht werden. Das Projekt:

  • reagiert auf eine Problemlage vor Ort und ist gemeinwohlorientiert
  • ist innovativ und hat einen sozialen Mehrwert
  • bettet sich sinnvoll in den regionalen Kontext ein
  • zielt auf einen nachhaltigen Nutzen und kann anderen als Beispiel dienen
  • bietet Möglichkeit zur Partizipation und Teilhabe anderer

Wer kann sich bewerben? Privatpersonen, Vereine oder Initiativen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Höhe der Förderung: Bis zu 5.000 Euro für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren

Bewerbungstermin (letztmalig!): 31. Juli 2012

Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/4581.asp

2. Deutsch-türkische Schüleraustauschprojekte 2012–2013

Ziele des Förderprogramms: Besuche und Gegenbesuche im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts, um das jeweils andere Land kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen.

Mögliche Inhalte des Schulprojekte

  • Theater- und Musikaufführungen
  • Recherchen zu gesellschaftlichen Themen
  • handwerkliche Projekte

Wer kann sich bewerben? Die deutsche Schule reicht für sich und den türkischen Partner den Antrag ein.

Fördermittel können beantragt werden für:

  • Vor- und Nachbereitungstreffen verantwortlicher Lehrkräfte
  • Reisekosten für Besuch und Gegenbesuch
  • Aufenthaltskosten (inkl. notwendiger Versicherungen, Eintrittsgelder etc.)
  • Projektdurchführungskosten (z. B. Arbeitsmaterial, Honorare)
  • eine angemessene Eigenbeteiligung der Teilnehmer wird vorausgesetzt, die Einwerbung von Drittmitteln ist erwünscht

Bewerbungstermin (letztmalig!): bis März 2013

Weitere Informationen: https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/deutsch-tuerkischer-schueleraustausch

3. Menschen mit Demenz in der Kommune

Ziele des Förderprogramms: Projekte, in denen Demenz als gesamtgesellschaftliches Thema aufgegriffen und zivilgesellschaftliche Aktivitäten zur Begleitung und Beteiligung von Menschen mit Demenz angestoßen und umgesetzt werden.

Mögliche Inhalte des Vorhabens:

  • Förderung der Begegnung von Menschen mit und ohne Demenz
  • Unterstützung der alltagspraktischen, nachbarschaftlichen Hilfe und des Austausches
  • den Betroffenen und ihren Familien die weitere aktive Teilhabe am kommunalen Leben ermöglichen
  • die „Stimme“ von Menschen mit Demenz hörbar machen und ihre Rechte wahren und stärken
  • die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren und ein Umdenken fördern
  • gemeinsames Handeln unterschiedlicher Akteure für einen besseren Umgang mit Demenz initiieren

Wer kann sich bewerben? Anträge sind von Kommunen einzureichen oder von Initiativen zusammen mit einer verbindlichen Stellungnahme der Kommune vorzulegen.

Höhe der Förderung: Bis zu 15.000 Euro für einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten

Bewerbungstermin (letztmalig!): 15. September 2012

Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/20834.asp

Das Antragsverfahren der Stiftung ist schlank und unbürokratisch:

Die Beantragung von Fördermitteln der Robert Bosch Stiftung erfolgt in zwei Schritten:

1. Mit einer maximal zweiseitigen Anfrage stellt man sein Projekt vor.

Folgende Fragen müssen dabei beantwortet werden:

  • Wer ist der Anfragende? (Person/Institution)?
  • Was ist der Gegenstand der Anfrage? (Bezeichnung und Beschreibung
    des Vorhabens)
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Vorhaben?
  • Auf welche Weise sollen diese Ziele erreicht werden?
  • Was ist das Innovative an diesem Vorhaben?
  • Welche potenziellen oder bereits feststehenden Förderer und Partner können
    genannt werden?
  • Von welchen Gesamtkosten geht die Budgetplanung aus?
  • Welche anteilige Förderung durch die Stiftung stellen Sie sich vor?
  • Ist das geplante Vorhaben gemeinnützig?
  • In welchem Zeitrahmen ist das Vorhaben geplant?
  • Welcher Bezug besteht zwischen dem Vorhaben und den Förderungsschwerpunkten
    und -programmen der Stiftung.

2. Nach Prüfung der Anfrage durch die Stiftung erhalten Sie entweder eine Aufforderung zur Antragstellung oder ein Ablehnungsschreiben.

Dadurch hält sich der Aufwand für die Beantragung in Grenzen und man bekommt innerhalb weniger Wochen eine Rückmeldung, ob das eigene Vorhaben gefördert werden kann. Weitere Informationen zum Antragsverfahren finden sich hier.

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