Erfolgsgeheimnis für Förderanträge: Perspektivenwechsel

In diesem Artikel beschreibe ich einen praktischen Trick, mit dem Sie zu überzeugenderen Förderanträgen kommen.

Ein Förderprojekt geht weit über das nüchterne Verhältnis zwischen Zahlungsgeber und Zahlungsempfänger hinaus, wie wir es z. B. bei der Vergabe von Krediten durch unsere Hausbank kennen.

Voraussetzung für Förderprojekte ist eine vertrauensvolle Partnerschaft zwischen Förderer und Gefördertem.

Eine Förderinstitution hat eine eigene Perspektive auf Ihr Projekt und darauf müssen Sie sich bei der gesamten Kommunikation mit einem potenziellen Förderpartner einstellen.

Die folgenden Fragen des Förderpartners müssen Sie eindeutig beantworten können:

  • Kann ich Ihnen als Projektträger grundsätzlich mein Geld anvertrauen?
  • Traue ich Ihnen die Umsetzung des Projekts zu?
  • Erfüllt Ihr Projekt den eindeutig definierten Zweck meiner Organisation?
  • Passen Sie als Projektträger hinsichtlich der Denk- und Arbeitsweise, der Wertvorstellungen und der Außenwirkung zu mir?

Wenn man mit viel Herzblut an seinem Projekt arbeitet, ist dieser Wechsel in die Perspektive des Förderers nicht immer einfach. Eine besonders große Herausforderung ist es, die entscheidenden Argumente auf den Punkt zu bringen und die Förderinstitution nicht mit zu vielen Informationen zu überfrachten.

Daher empfehle ich Ihnen, bei der Projektkonzeption und der Antragstellung eine Kollegin oder einen Kollegen um Hilfe zu bitten. Er sollte inhaltlich nicht involviert sein und bewusst die Position eines potenziellen Geldgebers einnehmen und aus dieser Sicht die von Ihnen ausgearbeiteten Informationen bewerten. So können Sie einer Betriebsblindheit vorbeugen.

Wenn der Angesprochene wenig Zeit hat, ist dass ebenfalls hilfreich! Das ist genau die Situation, in der sich auch die Prüfer Ihres Antrags befinden.

Diesen internen Perspektivenwechsel mache ich mehrmals an verschiedenen Stellen der Fördermittelakquise:

  1. Bei der Ausarbeitung des Konzepts für ein potenzielles Förderprojekt
  2. Bei der Überprüfung, ob die Ausschreibungsziele und -kriterien des Förderprogramms wirklich zu meinen Vorhaben passen
  3. Bei der Formulierung der finalen Texte im Förderantrag

Für alle Förderanträge, die unsere Beratungsagentur verlassen, gilt die Regel: Der Antrag muss von mindestens einer „unbeteiligten“ Person mit der Perspektive der Förderinstitution zur Kontrolle gelesen worden sein.

 

 

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