Förderung für junges Engagement – Ausschreibung PEP

Die Organisation Ashoka sucht aktuell nach jungen Menschen, die sich engagieren um Sie mit einem speziellen Programm Engagement mit Perspektive – PEP zu fördern. Dennis Hoenig-Ohnsorg (Programmleitung ASHOKA Deutschland für Jugend. Talent. Programmentwicklung) stellt uns das Förderprogramm im Interview kurz vor.

Ashoka Mitarbeiter Dennis Hoenig-Ohnsorg

Hallo Dennis. Herzlich willkommen auf unserem Fördermittelblog. Die Organisation Ashoka ist noch nicht allen unseren Leser ein Begriff. Schildere doch kurz, warum es Euch gibt und was für Ziele ihr verfolgt.

Ashoka ist die erste und weltweit führende Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurship. In 72 Ländern identifiziert Ashoka gesellschaftliche Innovationen und unterstützt die dahinter stehenden 2.800 Social Entrepreneurs (Sozialunternehmer) als Ashoka Fellows bei der Verbreitung ihrer Ideen.

Social Entrepreneurs sind Personen, die mit Gründergeist und unternehmerischer Kreativität an der Lösung eines sozialen Problems arbeiten. Die Vision von Ashoka ist eine Gesellschaft, in der jeder Einzelne ermutigt und unterstützt wird, zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen und positiven Wandel zu gestalten – ein Changemaker zu sein.

Aktuell schreibt Ihr das Programm „Wirkungsförderung mit PEP“ aus. Um was geht es, wer kann sich dort bewerben und welche Unterstützung kann man erwarten?

Mit dem Programm „Engagement mit Perspektive” (PEP) will Ashoka Deutschland nun auch junge Menschen mit Stipendien, Projektförderung und Weiterbildungen in ihrem Beitrag zum gesellschaftlichen Wandel unterstützen und neue Perspektiven für ihr Wirken schaffen.

Bis zum 21.10. können sich besonders wirkungsvolle Projekte bei PEP für 3 x 5.000 Euro bewerben. Dazu gibt es von Ashoka ein Wirkungscoaching und die Möglichkeit einen erfahrenen SAP-Mitarbeiter als Mentor an die Seite gestellt zu bekommen.

Informationen zur Ausschreibung gibt es unter www.pep-deutschland.de/projektfoerderung.

Bewerben kann sich jeder, der für sein Engagement nachhaltige und wirkungsvolle Strukturen schaffen will, wenn

  1. die Projektleiter maximal 27 Jahre alt sind
  2. die Verwendung der Mittel langfristig die gesellschaftliche Wirkung des Projekts steigert
  3. die Wirkung der Förderung dokumentiert wird.

Bei Eurer Ausschreibung heißt es: Effizient. Transparent. Anders. – Was macht Ihr anders, als andere Förderer?

Junge Menschen starten oft mit großem Enthusiasmus soziale Projekte und haben dabei ein enormes Wirkungspotential. Doch manchmal fehlt Geld. Fast immer fehlt das richtige Geld. Die meisten Fördergelder sind an strenge Auflagen gebunden die nicht immer auf die Bedarfe der Engagierten passen.

Kaum ein Förderer ermöglicht z.B. Investitionen in den Aufbau nachhaltiger Engagementsstrukturen, insbesondere bei jungen Projekten. Für den Druck von Flyern bekommt man z.B. immer Geld, für einen guten Designer und die Entwicklung einer CI selten. Ähnlich verhält es sich mit professioneller Rechtsberatung, Team-Coachings oder der Anschaffung wichtiger Software.

Durch die Unterstützung von SAP kann Ashoka nun das „Unfinanzierbare“ finanzieren und dadurch Perspektiven schaffen für nachhaltiges und professionelles Engagement. Für die Projektförderungen haben wir ein Budget von 15.000€. Dieses Geld investieren wir zu 100% in die Projekte.

Die Budgets von Wettbewerben und deren Preisverleihungen stehen meist in keinem Verhältnis zu dem, was am Ende bei den Begünstigten in Form von finanzieller und ideeller Förderung ankommt. Wir haben uns daher dazu entschieden, die Fördermittel ohne Werbebudget und medienwirksame Preisverleihung zu vergeben. Stattdessen haben wir eine eigene No-Budget-Kampagne entwickelt die dies auch offensiv kommuniziert.

Den Bewerbungsaufwand haben wir dabei so gering wie möglich gehalten. Aufwand sollen bei uns nur die haben, die auch gefördert werden. Teil der Bewerbung ist z.B. ein Online-Fragebogen für Referenzen aus dem Projektumfeld, die uns helfen den realen Bedarf des Bewerbers zu erkennen. Dieses Feedback aggregieren und anonymisieren wir und stellen es den Bewerbern zur Verfügung. So hat die Bewerbung auf jeden Fall einen Mehrwert, auch für die, die nicht gefördert werden können.


Worauf achtet Ihr besonders bei Ihrer Auswahl. Was sind die wichtigsten Auswahlkriterien?

Wir wollen das finanzieren, was sonst keiner finanziert. Bewerben kann man sich bei uns mit einem Investitionsvorschlag. Wer uns darin am besten erklären kann warum die Deckung dieses Bedarfs zur größten nachhaltigen Wirkung beiträgt hat gute Chancen. Typisch hierfür sind z.B. die Vernetzung und Ausbildung von Multiplikatoren um den Arbeitsaufwand von einigen wenigen auf viele Schultern zu verteilen, oder die Einführung eines guten Wissensmanagements statt die Finanzierung von Materialkosten für einmalige Veranstaltungen.

Nicht jede Bewerbung kann erfolgreich sein. Was sind aus Eurer Sicht die häufigsten Fehler bei der Antragstellung?

Das ist ein bisschen wie bei einer Jobausschreibung, es ist einfach blöd, wenn man der Bewerbung ansieht, dass sie standardisiert ist und nicht auf die Ausschreibung angepasst wurde. Unsere Herausforderung für die Bewerber dürfte aber sein nicht zu sehr von sich zu schwärmen, sondern ihre Schwachstellen zu offenbaren – denn an die wollen wir ja gemeinsam mit ihnen ran.

Bei vielen Ausschreibungen schreibt man nur was funktioniert und schaut nicht immer da hin, wo es auch mal weh tut. Aber „gut gemeint“ ist nicht immer „gut gemacht“ und wir laden die Bewerber ein ihre Fehler zu feiern – wenn sie uns zeigen, dass sie daraus gelernt haben.

Welche Förderausschreibungen können wir in der Zukunft erwarten?

Wir organisieren ständig besondere Weiterbildungen für junge Changemaker. Statt Berufsreferenten mit Standardformate bringen wie sie mit Profis aus der Praxis zusammen die ihre Erfahrung und ihr Wissen wirkungsvoll teilen wollen – mit jungen Menschen die einen hohen Anspruch an ihre gesellschaftliche Wirkung haben.

Im November schreiben wir 7 PEP-Stipendien aus mit denen wir nicht Projekte, sondern die engagierten Menschen dahinter unterstützen. Neben Mentoring, Trainings und dem Zugang zu Ashokas sozialunternehmerischem Netzwerk erhalten die Stipendiaten auch eine finanzielle Unterstützung zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten.

Das Stipendium ist also keine Belohnung für Erreichtes, sondern die Förderung eines Wirkungsversprechens. Die Bewerber nehmen sich vor ihr Wirken innerhalb von 12 Monaten auf ein neues Level zu bringen und wir versuchen ihnen alles zu geben, was sie dafür brauchen – weil sie nicht weniger verdienen.

Die Profile der ersten 5 PEP-Stipendiaten findet man übrigens auf www.engagement-mit-perspektive.de und wer gerne immer die neuesten Infos bekommen will sollte uns auf www.facebook.com/pepdeutschland „folgen“.

Dennis, herzlichen Dank für das Interview

Fotos: Ashoka

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