Aufforderung für Antragsteller für den Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)

Europa foerdertSchon lange erwartet wurde gestern endlich vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Aufforderung zur Einreichung von Projektvorschlägen für den AMIF für das Jahr 2015 veröffentlicht. Im letzten Jahr war die Ausschreibung des jährlichen Programms bereits im Oktober erfolgt und viele Projektträger stehen schon ungeduldig in den Startlöchern.

Gefördert werden Projekte aus einem der beiden Bereiche:

  1. Stärkung und Weiterentwicklung des gemeinsamen Europäischen Asylsystems, einschließlich seiner externen Dimension
  2. Integration von Drittstaatsangehörigen und legale Migration

Der Bereich „Rückkehr und Reintegration im Herkunftsland“ wird diese Jahr bei der deutschen Ausschreibung nicht berücksichtigt. Allerdings gibt es auf der Ebene der Europäischen Kommission eine aktuelle Ausschreibung zum Thema „Integration bzw. sichere und dauerhafte Rückführung von Opfern des Menschenhandels“ (mehr dazu am Ende dieses Artikels).

Anspruchsvolle Förderkriterien

Das Programm des BAMF richtet sich nicht an Organisationen, welche sich mit bewährten Konzepten im lokalen oder regionalen Umfeld engagieren. Es geht vielmehr um die Entwicklung und Einführung von neuen Standards und um innovative Pilotprojekte, welche die bestehenden Prozesse im Bereich Asyl, Flüchtlinge und Integration weiterentwickeln und verbessern. Kooperationsprojekte mit den zuständigen öffentlichen Stellen haben dabei besonders gute Förderchancen. Die Projektvorschläge sollen einen „Europäischen Mehrwert“ generieren, d.h. Sie haben eine potentielle Auswirkung auf überregionalen Ebene.

Antragstellung durch eine Vielzahl von Institutionen

Zuwendungsempfänger können regelmäßig nur eingetragene juristische Personen des privaten oder des öffentlichen Rechts (z. B. Träger der freien Wohlfahrtspflege, kirchliche und karitative Einrichtungen, eingetragene Vereine, nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen, Gebietskörperschaften) sowie internationale Organisationen allein oder in Partnerschaft mit anderen sein.
Projektträger, die im Rahmen der letztjährigen Aufforderung 2014 zur Abgabe von Projektanträgen mangels finanzieller Mittel keine Förderung erhalten haben, können sich mit ihrem Projekt im Rahmen dieses Aufforderungsverfahrens erneut bewerben.

Maximal geförderte Projektdauer und Projektlaufzeit

Projektmaßnahmen sind förderfähig, wenn sie frühestens am 01.01.2015 und spätestens am 01.07.2016 beginnen. Die Projektlaufzeit ist nicht an das Kalenderjahr gebunden. Die maximal geförderte Projektdauer beträgt 24 Monate. Es wird empfohlen, die Projekte erst dann zu beginnen, wenn eine Bewilligung der Fördermittel erfolgt ist. Ein vorzeitiger Projektbeginn erfolgt auf eigenes finanzielles Risiko und ist im Fall der Projektförderung gegenüber der EU-Zuständigen Behörde zu begründen.

Hohe Fördersummen

Die hohen inhaltlichen Ansprüche an die Projekte spiegeln sich auch in den Fördersummen und Förderquoten wieder. Die EU-Fördersumme muss pro Jahr der Projektlaufzeit mindestens 100.000 Euro betragen. Die Zuwendung beträgt grundsätzlich 75% der zuwendungsfähigen Ausgaben. Damit müssen die Gesamtkosten bei 133.333,00 Euro pro Projektjahr liegen.

Drei Millionen Euro Ausschreibungssumme für 24 Monate

In dieser Ausschreibungsrunde werden Fördermittel in Höhe von knapp 3 Mio. Euro ausgeschrieben. Bei einer Mindestförderhöhe von 100.000 Euro pro Jahr und einer maximal geförderten Projektdauer von 24 Monate werden am Ende etwa 15 Projekte berücksichtigt werden.

Antragstellung bis Februar

Die Bewerbung ist ab sofort möglich. Der postalische Antrag muss spätestens am 16.02.2016 (Eingangsstempel beim BAMF) eingegangen sein. Die Antragstellung ist nur mit den vorgegebenen Antragsformularen möglich. Im Gegensatz zum letzten Jahr wird wieder mit Formularen gearbeitet und nicht mit dem AMIF Portal.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf den Internetseiten des BAMF.

Spezielle Ausschreibung für transnationale Projekte für Opfer des Menschenhandels

Auf der europäischen Ebene hat die Europäische Kommission ebenfalls einen Aufruf zur Einreichung von transnationalen Projektvorschlägen im Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds veröffentlicht. Schwerpunkt ist die Integration bzw. sichere und dauerhafte Rückführung von Opfern des Menschenhandels.

Projektvorschläge müssen in ihrer thematischen Ausrichtung und Zielsetzung mindestens einem der folgenden Schwerpunkte folgen:

  1. Die Integration von Opfern von Menschenhandel in die lokale Gesellschaft.
  2. Die Unterstützung einer freiwilligen, sicheren und dauerhaften Rückkehr von Opfern von Menschenhandel in ihre Heimatländer. Dabei sollen Maßnahmen einbezogen werden, um für die Zielgruppen die Gefahr, erneut Opfer von Menschenhandel zu werden, zu minimieren und um die Achtung der Menschenrechte der Zielgruppen zu gewährleisten.

Neben diesen Oberschwerpunkten sollten Projekte ebenfalls mindestens einen der folgenden Unterschwerpunkte aufgreifen:

  • Früherkennung und Schutz von Kindern als Opfern des Menschenhandels sowie frühzeitige Identifikation und Schutz von unbegleiteten Kindern, die der Gefahr von Menschenhandel während Asyl- und Migrationsprozessen ausgesetzt sind.
  • Identifikation und Schutz von erwachsenen Opfern von Menschenhandel bei jeglicher Form von Ausbeutung in Risikosektoren (z.B. Landwirtschaft, Fischerei, Bauindustrie, Textilindustrie, Haushaltshilfen, Sexindustrie).

Förderfähig sind öffentliche oder gemeinnützige Einrichtungen mit eigener Rechtspersönlichkeit in den teilnehmenden Staaten (d.h. alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Dänemark) sowie internationale Organisationen. Projekte sollten aus einem möglichst breit angelegten Partnerkonsortium mit verschiedenen Einrichtungen bestehen (z.B. sowohl öffentliche als auch gemeinnützige Projektpartner). Vorgeschrieben ist ein Konsortium bestehend aus mindestens zwei Einrichtungen aus zwei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten (außer Dänemark).

Die Kofinanzierungsrate der förderfähigen Projektkosten liegt bei maximal 90%, die restlichen 10% müssen aus anderen Quellen gedeckt werden (keine anderen EU-Gelder). Die beantragte Fördersumme muss mindestens 200.000€ und darf maximal 500.000€ betragen. Die maximale Projektlaufzeit beträgt 24 Monate, voraussichtlicher Projektstart ist im 4. Quartal 2016.

Die Antragsfrist ist am 16. Februar 2016 um 12:00Uhr MEZ. Anträge können ausschließlich über das Online-Portal PRIAMOS gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kommission.

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