Online-Plattformen für Fördermittel, Crowdfunding und Sachspenden


Fördermittel-Fundraising stellt eine gewichtige Rolle in der Finanzierung sozialer und gemeinnütziger Projekte dar. Neben den klassischen Fördermitteln, die auf Antrag gewährt werden können, bietet der Markt eine breite Vielfalt weiterer spannender Möglichkeiten. Über unterschiedliche Online-Plattformen lassen sich zusätzliche Mittel für ein Projektvorhaben akquirieren. Dies kann in unterschiedlicher Form erfolgen und muss nicht zwangsläufig mit barem Mittelfluss einhergehen. In diesem Blogartikel geben wir Ihnen einen Überblick über interessante Vermittlungsbörsen und verschiedene Online-Plattformen, über die Sie Unterstützung in Form von Geld- und Sachzuwendungen bekommen können. Wir stellen Ihnen eine Auswahl von Online-Plattformen für Fördermittel, Crowdfunding und Sachspenden vor.

Online-Plattformen für Sachspenden

Um als gemeinnützige Organisation an unterschiedlichste Sachspenden zu gelangen, gibt es je nach Bedarf verschiedene Möglichkeiten. Es wird nach Art der "Sache" oder auch dahingehend unterschieden, ob es sich um Neuware oder gebrauchte Gegenstände handelt und wie die Art der Vermittlung erfolgt. Social-Profit-Organisationen bekommen dadurch wertvolle zusätzliche Ressourcen und können ihre knappen finanziellen Mittel unmittelbar für ihre gemeinnützigen Ziele einsetzen. Nachstehend stellen wir Ihnen verschiedene Online-Plattformen für Sachspenden und Vermittlungsbörsen vor:

innatura gGmbH - Sachspenden für den sozialen Zweck

Die gemeinnützige innatura betreibt eine Plattform, die fabrikneue Sachspenden bedarfsgerecht an gemeinnützige Organisationen für soziale Zwecke vermittelt. Die Waren, die Sie hierüber beziehen können, erhält die innatura direkt von den Hersteller- und Handelsunternehmen. Für die Produkte muss nichts bezahlt werden. Es fällt aber Vermittlungsgebühr an, die in der Regel zwischen 5 und 20% des niedrigsten Marktpreises liegen. Zudem trägt der Besteller die Kosten für den Versand. Aktuell besteht auch die Möglichkeit der Selbstabholung im Lager von innatura in Köln-Westhoven.

Ein Vorteil dieser Vermittlungsbörse ist, dass Ihre gemeinnützige Organisation genau die Art und Menge von Produkten vermittelt bekommt, die sie benötigt. Voraussetzung für eine Registrierung auf der Plattform ist, dass die gemeinnützige Organisation über eine gültige Freistellungsbescheinigung des Finanzamtes verfügt.

Auf der Webseite von innatura sind einige Beispiele aufgeführt, mit welchen Sachspenden was bewirkt werden konnte. So wurden beispielsweise 6.000 Sonnenbrillen als UV-Schutzmaßnahme nach Kambodscha geliefert um der Krankheit "Grauer Star" vorzubeugen. Ein anderes Projekt beinhaltet die Ausstattung von Obdachlosen mit Schlafsäcken und Isomatten in Berlin im Winter.

WeiterGeben.org - Möbelspenden für gemeinnützige Organisationen

Über die Plattform WeiterGeben.org werden Möbelspenden an gemeinnützige Vereine und Organisationen vermittelt. Um bei den Vermittlungen berücksichtigt werden zu können, muss eine Organisation ihre staatlich anerkannte Gemeinnützigkeit nachweisen. 

Aufgabe der Vermittlungsbörse ist es, registrierte Organisationen über angebotene gebrauchte Möbelstücke passgenau zu informieren. Hierfür gibt es ein E-Mail-Info-System. Die Organisationen geben bei der Registrierung an, in welchem Radius sie Möbel abholen können und welche Menge benötigt wird. Zudem wird abgefragt, über welche 
Möbelkategorien man Informationen bei Verfügbarkeit wünscht. Die Möbelspenden können dann kostenfrei als Sachspenden abgeholt werden können. Im Angebot sind beispielsweise Büromöbel, Möbel für Ladeneinrichtungen, Schulmöbel oder auch Werkstatteinrichtungen. 

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Die Spender sind in der Regel Unternehmen, Schulen und Behörden, die durch die Abholung gemeinnütziger Organisationen häufig hunderte oder sogar tausende Euro Entsorgungskosten einsparen. Möbelspenden für kleine gemeinnützige Einrichtungen werden kostenfrei vermittelt; bei allen anderen wird für die Vermittlungstätigkeit ein einstelliger Euro-Betrag pro vermitteltem Gegenstand berechnet.

Laut der Webseite der Vermittlungsbörse sind nachstehend Möbel und Gegenstände aufgeführt, die bereits erfolgreich vermittelt werden konnten: Safe, große professionelle Reinigungswägen für Putzpersonal, höhenverstellbare Toilette, Kindertoiletten, Küchen, Kinderzimmer, Betten, Schulmöbel, Gartenmöbel, Pflegebett, Industrie-Staubsauger, Tischkicker, komplette Ladeneinrichtung, Klavier, Klimageräte, Callcenter-Arbeitsplätze, Glasvitrinen, Serverschränke, Empfangstresen, Metall-Spinde, Büromöbel, Computer und Monitore.

Stifter-helfen.de - IT-Spenden

Damit gemeinnützige Organisationen mit moderner IT arbeiten können und fit für das digitale Zeitalter werden, entwickelte Haus des Stiftens das IT-Portal Stifter-helfen. Über die Online-Plattform können Vereine und andere gemeinnützige Organisationen unter anderem Produktspenden aus dem IT-Bereich gegen eine Verwaltungsgebühr erhalten. Die Höhe der Gebühr variiert je nach Produkt. Über eine Filterfunktion können registrierte gemeinnützige Organisation verschiedene Kategorien auswählen. Hierüber sind mitunter Softwares, Apps, Lizenzen und weitere hilfreiche Tools, aber auch Hardware wie Laptops und Monitore, zu erhalten.

Zur Bestellung von IT-Produkten muss eine Organisation registriert sein und seine Gemeinnützigkeit nachweisen. Nach erfolgreicher Bestätigung und Erhalt einer Förderberechtigung können die Produkte online bestellt werden. Je nach Produktauswahl gibt es unterschiedliche Liefer- und Zahlungsoptionen zu beachten.

Beispiele für mögliche IT-Spenden sind Sonderkonditionen bei Fanpage Karma (professionelles Management eines Social-Media-Auftritts), die vergünstige Nutzung des Umfrage-Tools LamaPoll oder auch die Nutzung des Spendenverwaltungsprogramms FundraisingBox. Im Bereich der Hardware sind Drucker, Towers, Laptops, iphones und vieles mehr im Angebot.

Aus steuerlicher Sicht ist der Wert einer Sachspende relevant. Bei Sachspenden eines Unternehmens muss auch auf die Umsatzsteuerpflicht geachtet werden. Anders verhält es sich, wenn die gemeinnützige Organisation ein Produkt zu einem geringen Preis erwirbt. Weitere interessante Infos hierzu stellt der Skala Campus zur Verfügung.

VRhilft und VRmobil

Die gemeinsame Aktion der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Gewinnsparvereinen unterstützt mit Geldern aus dem Reinertrag des Gewinnsparens gemeinnützige Institutionen. Es gibt aktuell 25 verschiedene Produkte, auf die sich Organisationen bewerben können. Hier eine Auswahl möglicher Gegenstände:

Für Vereinsfeiern oder auch das Sommerfest im Kindergarten kann das VRhilft Profi-Faltzelt und ein Gastrobräter angefragt werden. Der Preis beträgt 80 Euro pro Satz. Im VRhilft Technik-Angebot sind Apple-Geräte für Schulen enthalten. Zudem gibt es beispielsweise MatschküchenLuftreiniger oder auch sogenannte Retten-macht-Schule-Pakete, die für den Erste-Hilfe-Kurs bei Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse Verwendung finden können. Über VRmobil können des Weiteren auch  handgeschobene und elektronische KinderbusseGoKarts und StreetKit zur Verkehrserziehung beantragt werden.

Empfänger können alle sozialen, gemeinnützigen und kulturellen Einrichtungen, die nach Abgabenordnung (AEAO), zweiter Teil, Steuerschuldrecht – dritter Abschnitt, steuerbegünstigte Zwecke, §51-§54 haben, sein. Die Produkte können allerdings nur über das jeweilige Bankinstitut vor Ort bzw. einen Gewinnsparverein, der vor Ort mit dem Bankinstitut in Verbindung steht, "abgerufen" werden. Für den Bestellvorgang steht den Banken eine Online-Plattform zur Verfügung. Somit müssen gemeinnützige Organisationen zunächst vor Ort Kontakt aufnehmen und das lokale Institut als Partner gewinnen. 


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Online-Plattformen für Fördermittel, Crowdfunding und Spenden

Auch für "richtige" Fördergelder und Spenden gibt es eine Vielzahl entsprechender Online-Plattformen. Hier geht es konkret um monetäre Zuschüsse für ein gemeinnütziges Projekt oder eine soziale Organisation. Die Projektträger haben die Möglichkeit ihr zu förderndes Vorhaben online zu präsentieren. Dabei können Sie sich mit Ihrem Projekt direkt auf eine Fördermittelausschreibung bewerben oder Sie präsentieren Ihr Vorhaben und werben dadurch um potentielle Förderpartner und Spender. Beides kann erfolgsversprechend sein und kann auch kombiniert werden. Wir haben Ihnen eine Auswahl möglicher Online-Plattformen zusammen gestellt und geben Ihnen dadurch einen ersten Überblick.

Haus des Stiftens: Förderprogramme.org

Für die Online-Plattform www.foerderprogramme.org des Haus des Stiftens können sich Vereine, Stiftungen, kirchliche Träger oder andere gemeinnützige Organisationen registrieren um Mittel für ihre Projekte zu akquirieren. Für die Anmeldung ist die Gemeinnützigkeit durch einen gültigen Freistellungsbescheid oder ein vergleichbares Dokument nachzuweisen. Nach erfolgreicher Antragstellerprüfung ermöglicht die Plattform einen Zugang zu unterschiedlichen Fördermöglichkeiten von Unternehmen und Stiftungen, die in der Regel als Spenden vergeben werden.

Entscheidet sich ein Förderer für eine Organisation, ist man automatisch dort förderfähig. Sie haben allerdings kein Recht darauf, bei einer Spendenkampagne aufgenommen zu werden. Prinzipiell können alle dauerhaften Einrichtungen und langfristigen Projekte, die durch eine gemeinnützig anerkannte Organisation umgesetzt werden, finanzielle Unterstützung erfahren. Einige Spendenkampagnen haben jedoch inhaltliche oder geografische Einschränkungen, z.B. ausschließlich Projekte in Berlin im Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Alle registrieren und validierten Organisationen werden fortlaufend auf passende Spendenkampagne aufmerksam gemacht.

Oftmals initiieren Unternehmen solche Förderausschreibungen und ermöglichen ihren Mitarbeitenden oder ihren Kunden darüber zu entscheiden, welches Projekt welche Spendensummen erhalten soll. Die Kunden erhalten beispielsweise einen sogenannten Spendencode, den sie dann für ein Projekt ihrer Wahl einlösen können.

Schauen Sie nach, welches Unternehmen hinter einer Spendenkampagne steckt. Kennen Sie dort Personen aus dem Umkreis oder können Sie Kontakte herstellen?

Zum Teil gibt es auch Abstimmungsverfahren im Zuge der Spendenverteilung oder eine Co-Funding Aktion eines Unternehmens. Das heißt, dass ein Unternehmen zu Privatspenden für Projekte aufruft und diese dann vervielfacht.

Hier ein paar Beispiele von Förderangeboten auf der Online-Plattform für Fördermittel:

RhönEnergie Fulda - Herzensprojekte.jetzt

Die RhönEnergie Fulda hat die Aktion „Herzensprojekte.jetzt“ ins Leben gerufen, um das Ehrenamt in der Region zu stärken und Vereine sowie andere gemeinnützige Organisationen durch gezielte Fördermaßnahmen wie die Ausgabe von Spendencodes und die Durchführung von Verdopplungsaktionen finanziell zu unterstützen.
Weitere Informationen: 
Startseite - Herzensprojekte.jetzt (re-fd.de)

Platz schaffen mit Herz

"Platz schaffen mit Herz“ ist die Kleiderspenden-Initiative von OTTO. Die Initiative sammelt aussortierte Kleidung und Schuhe ein, verkauft sie weiter oder verwertet sie wieder. Die Erlöse daraus – bisher über 700.000 Euro – gehen als Spende an gemeinnützige Organisationen und Projekte in Deutschland. Wer die Spenden erhält, wird in vierteljährlichen Online-Votings ermittelt, bei denen jeweils bis zu 50.000 Euro an Projekte ausgeschüttet wird. Die Einsender von Kleiderpaketen erhalten einen Votingcode für die Abstimmung.
Weitere Informationen: 
Startseite - Voting 1 - 2023 - Platz schaffen mit Herz

Regionaler als du denkst 

Mit der Spendenaktion „Regionaler als du denkst“ startet die Allianz Deutschland AG ihr Pilotprojekt zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte in Deutschland. Die Verteilung der Spendengelder wird durch die Kunden der Allianz vorgenommen, die im Zuge unterschiedlicher Aktionen Gutscheine mit Spendencodes erhalten und diese auf der Plattform einlösen können.
Weitere Informationen: Startseite - Regionaler als du denkst (regionaler-als-du-denkst.de)

Umwelt€uro

Mit 50.000 Euro fördert die Spendenaktion „Umwelt€uro“ der GASAG AG Projekte in der Region Berlin. Projekte können sich in einer der vier Kategorien Umwelt& KlimabildungKlimaschutz & Klimafolgenanpassung, Naturschutz & Stadtgrün oder nachhaltige Ressourcennutzung anmeldenZusätzlich zu den Publikumspreisen vergibt eine unabhängige Jury weitere 30.000 Euro an besonders überzeugende Projekte.
Weitere Informationen:
GASAG Umwelt€uro 2023: Willkommen (gasag-umwelt.de)

YourCause from Blackbaud

Mit „YourCause from Blackbaud“ erhalten gemeinnützige Organisationen einen weiteren Online-Zugang Zugang zu Geld- und Zeitspenden von Unternehmen. Die Registrierung erfolgt wiederum über foerderprogramme.org. Das amerikanische Unternehmen bietet verschiedene Tools und Ressourcen an, mit denen sich Unternehmen gezielt für die „gute Sache“ einsetzen und gemeinnützige Organisationen unterstützen können. Mit der Softwarelösung YourCause können Unternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden Zeit- und Geldspenden tätigen.

Socialfunders

Auf www.socialfunders.org können gemeinnützige Organisationen bundesweit Spenden von vielen Unternehmen für ihre Projekte sammeln. Mit der virtuellen Spendenwährung „SocialCoins“ binden Unternehmen ihre Mitarbeiter, Kunden und andere Personen in ihre Spendenaktion ein, indem sie die SocialCoins über Aktionskarten verteilen. Die Empfänger der Aktionskarten vergeben diese dann als Spende an ein Projekt ihrer Wahl. 
Teilnehmen können alle als gemeinnützig anerkannten Organisationen, wie beispielsweise Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs. Die Registrierung für die Organisationen erfolgt wiederum über www.foerderprogramme.org.

Um seinen Spendenaufruf auf solchen Online-Plattformen wirksamer zu machen, sollte das eigene Netzwerk zur Unterstützung und Verbreitung des Aufrufs aktiviert werden! Nutzen Sie Ihre Kontakte um im multiplikatorischen Sinn Ihre Kampagne über social media in die Breite zu tragen und Ihre Reichweite zu erhöhen. 

Benevity 

Das Angebot von https://benevity.com/ richtet sich an Unternehmen, die ihr soziales Engagement über die Software managen können. Benevity unterstützt die engagierten Unternehmen dabei, relevante Informationen zur Auswahl von gemeinnützigen Organisationen zu bekommen und dient auch der Prüfung von Anträgen und zur Erstellung von Berichten. Gemeinnützige Organisationen können sich für die Plattform bewerben und werden von Benevity geprüft. Hierdurch sichern sich Unternehmen einen wirkungsvollen und korrekten Spendeneinsatz ab. Die Mitarbeitenden oder auch Geschäftspartner werden zu Spenden aufgerufen und können diese über eine App für bestimmte Projekte tätigen oder aber auch beispielsweise monatlich über ihre Gehaltsabrechnung. Häufig bieten Unternehmen eine Verdopplungsaktion an. Neben Spendenkampagnen kann ein Unternehmen auch Freiwilligeneinsätze und corporate Volunteering-Projekte sowie seine Sachspenden darüber steuern.


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betterplace

Über betterplace.org können gemeinnützige Organisationen mehr Reichweite für ihre Unterstützungsaufrufe erhalten. Neben den klassischen Spendenkampagnen bietet betterplace auch Zugänge zu Partnerportalen oder zu zusätzlichen Spenden durch Unternehmenspartner. Spender*innen können sogar Dauerspenden für ein Projekt einrichten. Auch private Spendenaktionen, wie bspw. zu einen Geburtstag, lassen sich gut online darstellen. 

Über die Plattform haben Projektträger die Möglichkeit, ihren Finanzierungsbedarf zu visualisieren und können per Foto und Video über die Projektfortschritte berichten. Laut betterplace nutzen aktuell über 12.000 gemeinnützige Organisationen das Fundraisingtool. Zur Deckung der Transaktionskosten verbleiben immer 2,5 % der Spende bei betterplace.org. Das Angebot gehört zu gut.org gAG und ist ebenfalls gemeinnützig.


Was heißt eigentlich Crowdfunding?      

"Crowdfunding [ˈkɹaʊd fʌndiŋ] (von englisch crowd‚ (Menschen-) Menge‘ und funding ‚Finanzierung‘), auf Deutsch auch Schwarmfinanzierung oder Gruppenfinanzierung, ist eine Art der Finanzierung. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Eigenkapital oder dem Eigenkapital ähnlichen Mitteln, in Deutschland zumeist in Form partiarischer Darlehen oder stiller Beteiligungen, versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in der Regel Internetnutzer, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird."

Quelle: Crowdfunding – Wikipedia


WirWunder

WirWunder ist die Plattform der Sparkassen-Finanzgruppe für das Gemeinwohl in Deutschland in Kooperation mit betterplace.org. Auch hier lassen sich Projekte anlegen, um Spenden von Förderern, lokalen Partnern, der Sparkasse oder privaten Spendern zu erhalten. Der Fokus bei WirWunder liegt auf der Ansprache lokaler Unterstützer. Ein Hilfsprojekt kann nur von Organisationen registriert werden, die in Deutschland als gemeinnützig anerkannt sind.
Es geht darum, zumeist eher langfristig Gelder für ein konkretes Vorhaben zu sammeln, z. B. den Bau einer Schule in Kenia oder Schwimmunterricht für bedürftige Kinder in Berlin. Die Organisation ist dabei verantwortlich für die Durchführung des Projektes und muss Nachweise für die Verwendung der Spendengelder vorlegen können.

Insgesamt wurden laut Anbieter bisher folgende Summen akquiriert:

10.122.985 € Spendengelder der Crowd
3.649.019 € Spendengelder der Sparkasse
1.831.032 € Sponsoring-Gelder der Sparkasse
108.065 € Stiftungsgelder
516.927 € Zuwendungen der Lotterie PS-Sparen
Hinzu kommen 42.852.124 € aus Bestandsplattformen.

GoFundMe

Auch über diese Online-Plattform lassen sich Spenden für eine gemeinnützige Organisation sammeln. Auf GoFundMe können Spendenaktionen für eine Organisation oder ein Projekt gestartet werden. Von jeder Spende werden die Gesamtgebühren für die Nutzung der Plattform abgezogen; der verbleibende Spendenbetrag geht vollständig an den/die Spendenbegünstigten. Momentan werden 2,9 % + 0,25 € pro Spende an Gebühren erhoben. Erwähnenswert ist zudem, dass auch Spendenaktionen für nicht gemeinnützige Zwecke gestartet werden können. Es bedarf hier also zunächst keinen Nachweis der Gemeinnützigkeit.

HelpDirect

Bereits seit 1999 unterstützt HelpDirect gemeinnützige Organisationen auf ihrem Weg zur Spendengenerierung im Internet. Die Nutzung des Portals ist für Organisationen und Spender kostenlos. Das Angebot refinanziert sich über eine „freiwillige“ Mitspende. Bei HelpDirect erhalten gemeinnützige Organisationen die vollständigen Spenderdaten, wodurch eine direkte Spendenbeziehung gepflegt werden kann. Zudem wird die sogenannte HelpCard angeboten. Diese kann (individuell gestaltet) verschenkt werden, damit der Beschenkte ein Projekt seiner Wahl unterstützen kann. Neben dem privaten Bereich dient die Karte wiederum Unternehmen, zum Beispiel als Geschenk für Geschäftspartner oder als soziales Incentive zur Mitarbeitermotivation.

project bcause

Der Fokus bei der Online-Plattform project bcause liegt auf der Förderung der Nachhaltigkeitsziele. Unterstützung können Organisationen erhalten, die Klimaprojekte, Bildungsmaßnahmen oder Tierschutzanliegen verfolgen. Der Unterstützer kann sich über die Plattform ein Depot anlegen und wirkungsvolle Organisationen zu den eigenen Themen und allen 17 SDGs der UN auf verschiedene Art fördern. Neben der klassischen Spendenmöglichkeit kann auch ein Darlehen vergeben oder ein Impact Investment getätigt werden. Zielgruppe des Angebots sind Unterstützer, die sich finanziell jenseits von kleineren oder anlassbezogenen Spenden engagieren möchten. In der aktuellen beta-Entwicklungsphase ist die Nutzung kostenlos. 

gemeinsamhelfen.org

Seit Juli 2020 ist das Spendenportal gemeinsamhelfen.de online und stellt den Partnerkommunen der Nussbaum Medien einen digitalen Spenden-Marktplatz zur Verfügung. Er unterstützt Projekte von gemeinnützigen Organisationen und führt sie mit Spendern zusammen. Die Nussbaum Stiftung füllt zweimal jährlich den Spendentopf mit 20.000 Euro und hebelt damit die eingehenden Spenden innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Voraussetzung für die Registrierung einer gemeinnützigen Organisation ist die anerkannte Gemeinnützigkeit. Das zu fördernde Projekt sowie auch der Einsteller des Projekts müssen ihren Sitz zudem im Verbreitungsgebiet der Amtsblätter und Wochenzeitungen von Nussbaum Medien haben. Die Spenden werden zu 100% weitergegeben. Geförderte Projekte werden zudem mitunter in den Amtsblättern und Wochenzeitungen der Nussbaum Medien Verlagsgruppe veröffentlicht.

Crowdfunding für Sportprojekte: fairplaid

Die Förderplattform fairplaid hat den Fokus auf den Sportbereich gelegt. Gefördert werden soll die Vielfalt im Sport durch faire Chancen. So geht es mitunter um die Finanzierung von Teamwear, Trainingslagern, Sportstätten aber auch von sozialen Sportprojekten. Die verschiedenen Projekte definieren ein Spendenziel für einen bestimmten Zeitraum und stellen ihr Anliegen auf der Online-Plattform vor. Unter dem Motto "Alles oder nichts" werden die Gelder erst weitergeleitet, wenn das Fundziel erreicht wurde. Ansonsten gehen die Spenden wieder an die jeweiligen Unterstützerinnen und Unterstützer zurück. Auf der Plattform gibt es zudem bestimmte Förderinitiativen, über die einzelne Spendenbeträge erhöht werden können. Zum Beispiel gibt es einen Inklusionsfördertopf für Inklusionsprojekte von Sportvereinen in Deutschland bei dem es 20 € zusätzlich ab 10 € Unterstützung gibt. 

Crowdfunding-Plattform für Nachhaltigkeit: EcoCrowd

Gerade im ökologischen Bereich sind in den letzten Jahren einige neue Online-Plattformen auf dem Markt erschienen. Eine davon ist EcoCrowd – Die Crowdfunding Plattform für nachhaltige Projekte. Die Plattform wurde von der Deutschen Umweltstiftung entwickelt und ist dank der Unterstützung der Verbändeförderung seit Oktober 2014 online. Auch hier legt eine*e Projektinitiator*in ein Finanzierungsziel für ein Projekt fest und Menschen, denen das Projekt gefällt, können dabei mithelfen, diesen Zielbetrag in kleinen Schritten zu finanzieren. Das Besondere hier: Als Belohnung erhalten Unterstützer*innen ein sogenanntes Tauschgut. Das kann das fertige Produkt – etwa ein solarbetriebenes Ladegerät – sein, aber auch etwas ganz anderes, wie eine Einladung zur Eröffnung des Projektes (z. B. eine Filmpremiere). Wird das Finanzierungsziel bis zum Ende der Finanzierungsphase nicht erreicht, erhält das Projekt trotzdem sein Geld und jede*r Unterstützer*in sein/ihr Tauschgut. 


Unsere Fachbücher und Tools:

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Crowdinvesting: Zwei Beispiele für Online-Plattformen

Auf der Online-Plattform Xavin können sich soziale Projekte in fünf verschiedenen Themenbereichen privaten Investoren vorstellen. Damit sollen verschiedene Parteien zusammengeführt werden: auf der einen Seite Menschen, die ihr Geld "sinnstiftend" anlegen wollen und andererseits gemeinnützige und soziale Projekte, die bei der Finanzierung auf solche Menschen angewiesen sind. Der Zins wird vom jeweiligen Projektinitiator, also dem Verein vorgegeben. Für die Höhe des Zinses spielen das Projektrisiko, die Kreditlaufzeit und die Zins- und Rückzahlungsmodalitäten eine Rolle. Xavin unterstützt den Verein bei der optimalen Planung der Zins- und Laufzeitmodalitäten.


Was bedeutet der Begriff Crowdinvesting?

Crowdinvesting ist eine Finanzierungsform, bei der sich zahlreiche Personen (Mikroinvestoren, Investoren, Anleger) mit typischerweise eher geringen Geldbeträgen über das Internet an zumeist jungen Unternehmen (Start-ups) beteiligen, in den meisten Fällen über stille Beteiligungen, Genussrechte oder partiarische Darlehen. 

Quelle: Crowdinvesting – Wikipedia

Ein weiteres Beispiel ist Crowd4Climate. Hier kann man sich als Investor*in an nachhaltigen und regenerativen Klimaschutzprojekten beteiligen. Crowd4Climate will die Möglichkeit bieten, bereits kleine Beiträge in erfolgversprechende Projekte in Deutschland, Österreich und in Entwicklungsländern zu investieren. Die Projektträger können Dank der Finanzierung Projekte umsetzen, die einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten. Jeder Projektträger (Darlehensnehmer) bestimmt selbst die Höhe der Zinsen, die er für das Darlehen zahlen wird. Die Zinshöhe ist unter anderem von der Wirtschaftlichkeit des Projekts, der Laufzeit und dem Projektrisiko abhängig.

Fördermittel und Spenden über Votingverfahren

Einige Förderer erstellen eigene Online-Plattformen um die ausgeschriebenen Mittel über eine Publikumsabstimmung zu vergeben. In diesen Fällen können Sie sich mit Ihrem gemeinnützigen Projekt online für die Teilnahme bewerben oder registrieren. Die Abstimmung, wer letztendlich die Fördermittel für sein Vorhaben erhält, nimmt dann aber die "community" vor. Die Projekte mit den meisten Klicks gewinnen die Ausschreibung. In der Regel nutzen Unternehmen diese Verfahren um - neben bzw. mit dem guten Zweck - ihre Marketingstrategie zu verfolgen. Auch hier ist es also unerlässlich, sein eigenes Umfeld zu aktivieren um möglichst viele Stimmen zu erhalten.

Nachstehende Beispiele verdeutlichen das beschriebene Fördermittelverfahren: 

Der Förderpenny - Soziales Engagement | PENNY.de

swt Umweltpreis 2023: Teilnehmer (swt-umweltpreis.de)

„Mach’s Möglich“ 2023 | Canada Life 2023

„Gut für hier. Gut fürs Wir.“ Jetzt abstimmen (aldi-sued.de)

Strategische Nutzung: Mehr als nur eine Spende

Da eine Vollfinanzierung durch einen Förderpartner im Rahmen einer klassischen Projektförderung in der Regel eher selten ist, sollten auf der Einnahmeseite eines Budgetplans bei einem Förderprojekt immer mehrere Posten stehen. Vor allem der erforderliche Eigenmittelanteil stellt einige Projektträger aber vor große Herausforderungen. Eine Projektfinanzierung kann daher auch durch Spenden sinnvoll ergänzt werden. Gerade beim Eigenanteil werden zudem oftmals auch andere Formen als liquide Mittel von Fördererseite akzeptiert. Hier lohnt sich also auch ein Blick auf alternative Fördermöglichkeiten. So können bei manchen Förderorganisationen auch nicht-monetäre Beiträge auf der Einnahmenseite, beispielsweise in Form von Sachspenden, Berücksichtigung finden. Weitere hilfreiche Hinweise lesen Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Der Kosten- und Finanzierungsplan in Förderanträgen - Blog-Förderlotse (blog-foerdermittel.de).

Ein weiterer Aspekt des Mehrwerts von Spendenkampagnen und Fördermittelakquise über Online-Plattformen ist die Öffentlichkeitsarbeit. Durch die Aktivierung und Mobilisierung potentieller Unterstützer und die Präsentation des Projekts im Internet kann eine große Reichweite erzielt werden. Planen Sie daher Ihren Aufruf oder Ihre Projektvorstellung gut! Welche message möchten Sie vermitteln? Wie gestalten Sie das Storytelling und wie den call to act? Denken Sie auch an die Begleitung des Aufrufs während des Aktionszeitraums. Hier können Sie Spendenziele darstellen und Ihre Spenderinnen und Spender über Fortschritte und Wirkung Ihres Projekts informieren.

Die betterplace Academy stellt einige Tutorials für die Nutzung von Online-Plattformen bzw. die Darstellung von Projekten auf solchen Plattformen zur Verfügung. Zum Beispiel einen Online-Kurs zum Storytelling für soziale Organisationen, indem man lernen kann, wie Inhalte richtig ausgewählt und strukturiert werden um seine Ziele und Zielgruppen erreichen zu können. Auch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) informiert in einem YouTube-Tutorial über das Einwerben von Fördermittel und Spenden im Internet (Einführung in das Online Fundraising). Weitere Tipps zum Thema Crowdfunding gibt es beispielsweise auch im Skala Campus: Crowdfunding richtig vorbereiten: 6 Tipps für Non-Profits (skala-campus.org).


Liebe Leserinnen und Leser, 

sind Ihnen noch weitere hilfreiche Online-Plattformen für Fördermittel, Crowdfunding und Sachspenden bekannt? Oder haben Sie Erfahrungswerte, die Sie teilen möchten? Bitte nutzen Sie gerne den Kommentarbereich unter dem Blogartikel. Besten Dank!

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Marlene Schmitz

Über den Autor/die Autorin

Redakteurin, Dozentin und Beraterin, zertifizierte Fördermittelmanagerin, Sozialmanagerin B. A., über 12 Jahre Erfahrung im Fundraising- und Fördermittelbereich, Referentin und Lehrbeauftragte



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