Die Freie und Hansestadt Hamburg ist einer der drei Stadtstaaten und mit 1,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Der größte Seehafen in Deutschland prägt die Freie und Hansestadt Hamburg und verleiht ihr den inoffiziellen Titel „Tor zur Welt“. In Bezug auf Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten steht zudem ein anderer inoffizieller Titel in Verbindung: „Stiftungshauptstadt Deutschlands“. Stiftungen und bürgerschaftliches Engagement für vielfältige gesellschaftliche Belange haben eine sehr lange Tradition in Hamburg. Bis in das 13. Jahrhundert gehen die Wurzeln, einiger der über 1500 Hamburger Stiftungen zurück.
In diesem Blogartikel gibt Ihnen Dr. Christian Fischbach einen Einblick in die Förderlandschaft für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg. Er setzt die Reihe im Förderlotse-Blog über die einzelnen Bundesländer fort und bietet für gemeinnützige Organisationen hilfreiche Informationen über die zentralen Förderstrukturen und Anlaufstellen in Hamburg. Der Blogartikel soll Sie dabei unterstützen, sich in der komplexen Förderlandschaft zurechtzufinden, passende Programme schneller zu erkennen und Ihre Projekte strategisch zu platzieren.
Ein Überblick: Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg
Das größte Potenzial für gemeinnützige Fördermittel liegt auch in Hamburg bei der öffentlichen Hand. Zentrale Ansprechpartner sind die Senatsverwaltungen, die als oberste Landesbehörden Förderprogramme in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen auflegen und steuern. Anders als Flächenländer verfügt Hamburg nicht über Regierungspräsidien; eine besondere Rolle spielen stattdessen die sieben Bezirke, die eigene Fördermittel vergeben und bei der Umsetzung landesweiter Programme mitwirken. Viele Förderrichtlinien werden direkt durch die Fachbehörden oder nachgeordnete Einrichtungen des Landes administriert, teilweise auch durch beauftragte Institutionen oder landeseigene Gesellschaften oder Stiftungen. Dadurch ergibt sich eine vielschichtige Förderstruktur, in der landesweite Programme und bezirkliche Fördermöglichkeiten eng miteinander verzahnt sind.
1.539 rechtsfähige Stiftungen, die im Jahr 2025 existierten, bilden in Hamburg die Basis für die bereits erwähnte „Stiftungshauptstadt Deutschlands“. Gemeinsam verfügen die gemeinnützigen Stiftungen in Hamburg über ein Vermögen von mehr als 12 Milliarden Euro. Hamburg führt nicht nur das Ranking bei der Anzahl der Stiftungen des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen an, sondern ist auch mit einer Stiftungsdichte von 80 Stiftungen pro 100.000 Einwohner:innen führend im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Die vielfältigen Stiftungen setzen sich u.a. für eine lebendige Zivilgesellschaft, kulturelle Vielfalt, Toleranz und Nachhaltigkeit ein. Zahlreiche Stiftungen betreiben
in der Hansestadt mit Alten- und Pflegeheimen, Kinder- und Jugendzentren, Forschungseinrichtungen oder kulturellen Angeboten auch eigene Einrichtungen.
Somit gibt es in Hamburg auch eine besonders hohe Anzahl an operativ tätigen Stiftungen, bei denen keine Fördermittelanträge gestellt werden können. Die fördernden Stiftungen engagieren sich auf vielfältige Weise von Kleinstförderungen bis hin zu siebenstelligen Fördersummen für Zielgruppen vom Kindesalter an bis zur Hospizarbeit, in der Unterstützung von Wissenschaft und Forschung, für die Völkerverständigung, im Umwelt- und Naturschutz sowie für den Erhalt und den Ausbau der reichhaltigen Hamburger Kulturlandschaft.
Des Weiteren können gemeinnützige Organisationen auch Förderungen von anderen, teilweise nur in Hamburg bestehenden Institutionen, beantragen. Bezirkliche Förderungen bis hin zu Mitteln aus europäischen Fonds ergänzen aus dem Bereich staatlicher Förderungen das breite Spektrum möglicher Förderquellen in der Freien und Hansestadt Hamburg.
Unter Einbeziehung weiterer Förderakteure wie Banken, Sparkassenstiftungen und Förderfonds ergibt sich auch in Hamburg eine breit aufgestellte und vielfältige Förderlandschaft. Diese ergänzt die öffentlichen Programme des Landes und der Bezirke um zahlreiche, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und eröffnet gemeinnützigen Organisationen vielfältige Ansatzpunkte für Projekte mit lokalem und landesweitem Bezug.
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Förderpartner für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg: Verwaltungen des Senats, Fachbehörden und Bezirke
Hamburg nimmt, ähnlich wie Berlin, bundesweit eine Sonderrolle ein, da Landes- und kommunale Ebene eng miteinander verzahnt sind. Die Verwaltungen des Senats über die elf Fachbehörden, die den Ministerien in den Flächenbundesländern entsprechen, sowie zwei Senatsbehörden entwickeln und setzen landesweite Förderprogramme mit strategischen Schwerpunkten um. Dafür werden jeweils Haushaltsmittel bereitgestellt. Die konkrete Umsetzung und Vergabe erfolgt jedoch vielfach auch auf der Bezirksebene: In den sieben Hamburger Bezirken verfügen die jeweiligen Bezirksversammlungen über eigene Budgets. Diese, sowie die Behörden der Bezirke, entscheiden über Förderanträge vor Ort und begleiten Projekte inhaltlich.
Für gemeinnützige Organisationen bedeutet dies, dass Förderanträge je nach Programm entweder direkt bei den Fachbehörden oder bei der zuständigen Bezirksversammlung oder den Behörden auf Ebene der Bezirk einzureichen sind. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Bezirksversammlung, etwa bei ausgeschriebenen Sondermitteln, kann daher entscheidend sein, um passende Förderwege zu identifizieren und Projekte erfolgreich zu platzieren.
Gerade für gemeinnützige Organisationen sind die sogenannten Sondermittel eine wertvolle Hilfe, um ihre Angebote aufrechtzuerhalten. Diese umfassen in der Regel Restmittel, die aus einem Haushaltsjahr in das kommende übertragen werden, und kommen sowohl investiven als auch konsumtiven Maßnahmen zugute. Die Bezirksversammlung Mitte nennt hierfür u.a. Mittel für die „Durchführung eines Kinderfestes, eine Tagesausfahrt für Senioren, die Sportausstattung für eine Mannschaft oder die Ausstattung mit Büromaterial sein.“ In anderen Bezirken, wie etwa im Bezirk Altona werden „Politikmittel“ über den Hauptausschuss in drei Runden jährlich vergeben.
Förderung des freiwilligen Engagements
Freiwilliges Engagement kann in der Freien und Hansestadt Hamburg über zwei Förderrichtlinien der Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration unterstützt werden. Die Förderrichtlinie "Freiwilliges Engagement in den Bezirken" schreibt die Sozialbehörde in Abstimmung mit den Bezirken aus, um Engagement im direkten Umfeld der Bürger:innen niedrigschwellig und sozialraumorientiert zu stärken. Austausch, Vernetzung, die Ausweitung digitaler Engagementangebote, die Integration von Geflüchteten und Zugewanderten sowie die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls und Miteinanders zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen stellen zentrale Ziele dieser Förderrichtlinie dar.
Die zweite Förderrichtlinie „Gesamtstädtische Projekte des freiwilligen Engagements“ stellt die Umsetzung der „Hamburger Engagementstrategie“ dar. Engagement für das gesamte Hamburger Stadtgebiet jenseits der Bezirksgrenzen steht im Mittelpunkt der dieser Förderrichtlinie.
Für beide Förderrichtlinien gilt jeweils eine Beantragung von Mitteln für das folgende Kalenderjahr. Förderfähig sind jeweils Sachkosten, Ausgaben der Öffentlichkeitsarbeit, Personalkosten, Honorare und Raummieten. Bei der ersten Förderrichtlinie sind Vergaben bis zu 5.000,00 € über die Bezirksämter möglich. Die Fördersummen für die zweite Richtlinien bewegen sich zwischen 5.000,00 und 30.000,00 € über die Vergabe der Sozialbehörde.
Sportförderung in Hamburg
Verglichen mit anderen Bundesländern gibt es in Hamburg keine direkte Antragsmöglichkeit für Lottomittel im Sportbereich für Sportvereine oder Schulen. Die Mittel von Lotto Hamburg im Rahmen der Sportförderung werden an die Stadt Hamburg zur Verteilung über Förderprogramme, Sonderprojekte im Sportbereich und den Landessportbund weitergeleitet.
Einen besonderen Schwerpunkt der Sportförderung über die Behörde für Inneres und Sport nimmt das Programm „Active City“ ein. Sowohl für Sportveranstaltungen als für allgemeine Sportförderung stehen Mittel zur Beantragung bereit. Eingebettet ist die „Active City-Strategie“ in die „Förderrichtlinie - Allgemeine Sportförderung 2025-2028“. Über die Behörde für Inneres und Sport ist es auch möglich einen Rahmen der Finanzierung von Sanierung und Neubauten von Sportstätten den „IFB-Förderkredit Sport“ der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) zu beantragen.
Fördermittel für nachhaltige Projekte sowie für Umwelt- und Naturschutz
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) schreibt über die Hamburger Klimaschutzstiftung für Bildung und Nachhaltigkeit seit 2023 Förderungen über den „#moinzukunft Hamburger Klimafonds“ aus. Für gute Ideen für Projekte von gemeinnützigen Initiativen und Organisationen in Hamburg, die noch nicht angefangen haben, können zwischen 1.000,00 und 20.000,00 € beantragt werden. Fragen, wie sich etwa CO2 einsparen und der Alltag klimafreundlicher gestalten lassen oder wie die Folgen des Klimawandels noch öffentlichkeitswirksamer vermittelt werden können, sollten die Antragsideen prägen. Aktuell ist der Fonds jedoch nicht ausgeschrieben. Eine Neuausschreibung ist aber nicht ausgeschlossen.
Um die Innovationen für eine lebenswerte Stadt weiter zu forcieren hat die IFB Hamburg den „PROFI Impuls Förderaufruf #UpdateHamburg 2026“ ausgeschrieben. In diesem Aufruf spielen Gedanken der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Im Rahmen des Förderaufrufs können Förderungen für „Maßnahmen und Vorhaben zur Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen mit besonderer Relevanz für Hamburg“ beantragt werden. Es ist möglich Projektkonzeptionen für die folgenden Dachthemen im Modul 2B einzureichen: „Umwelt und Klima“, „Soziale Teilhabe“, „Gesundheit“ und „Bildung. Die Förderhöhen von max. 100.000,00 € je Einzelprojekt und max. 150.000,00 € bei Kooperationsprojekten sowie die Förderquote maximal 100 % für gemeinnützige Organisationen machen die Antragstellungen in diesem Programm für innovative gesellschaftliche Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, Lösungen und Produkte lohnenswert. In der „Förderrichtlinie“ werden neben natürlichen Personen bzw. Teams aus solchen, Unternehmen und Hochschulen auch explizit „gemeinnützige Organisationen mit Sitz oder Betriebsstätte in Hamburg“ als antragswürdig erwähnt.
Fördermöglichkeiten für Entwicklungszusammenarbeit
Im Themenfeld Entwicklungszusammenarbeit hat die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Förderungen auf Kooperationen mit Partnerorganisationen ausgelagert, die dann wiederum auch Angebote kostenlos oder nach Antragstellungen für gemeinnützige Organisationen bereitstellen.
Die „Hamburger Stiftung Asien-Brücke“ ist eine als Stiftung der Freien und Hansestadt Hamburg das einzige echte Vergabeförderinstrument in der Entwicklungszusammenarbeit. Von Hamburger Bürger:innen und Institutionen initiierte Projekte, die die nachhaltige Entwicklung und die Lebensbedingungen der Länder Asiens verbessern helfen, können über diese Stiftung gefördert werden. Bildung, Qualifizierung von Fach- und Führungskräften, Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Partnern und die Förderung des Umweltschutzes stehen dabei eng im Austausch mit Netzwerken der Entwicklungszusammenarbeit in Hamburg im Vordergrund der Förderpolitik.
Förderung für die freie Musikszene und Darstellende Künste in Hamburg
Musik und Gesang jenseits der professionellen Bühnen können in Hamburg durch unterschiedlichste, staatliche Fördertöpfe unterstützt werden. Auch wenn die Haushaltsmittel in diesem Bereich eng begrenzt sind, soll diese Form des kulturellen Lebens weiterhin erhalten und gestärkt werden. Bei Antragstellungen sollten Doppelförderungen vermieden werden, um eine Chance auf Förderung zu haben.
Über den „Musikstadtfonds“ können seit 2016 Mittel der Behörde für Kultur und Medien (BKM) zur Projektförderung im Bereich der Musik für Projektförderung, z.B. für Konzerte, Konzertreihen und Festivals, beantragt werden. Für die Freie Szene werden pro Förderrunde 990.000 € in einer Bewerbungsrunde vom 15.04. bis zum 15.06. für Projekte im Folgejahr ausgeschrieben.
Als festes Förderinstrument für die freie Szene wurde 2013 von der BKM der „Elbkulturfonds“ ins Leben gerufen. Projekte aus den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Musik, Tanz, Theater, Performance, Video, Fotografie, Kunst im öffentlichen Raum und Design mit einer hohen künstlerischen Qualität in Konzeption und Umsetzung können eingereicht werden. Ziel des Fonds ist es größere und mutige Projekte mit einem Volumen von mindestens etwa 50.000 € zu ermöglichen.
Gemeinsam setzen sich der Landesmusikrat (LMR) und BKM dafür ein, dass Chöre und Ensembles auch in Zeiten finanziell enger Haushaltsbudgets niedrigschwellig zu unterstützen und das musikalische Leben von Hamburg somit weiterhin zu bereichern. Dafür vergibt der LMR über das vom BKM finanzierte Förderprogramm „Music4all“ im Jahr 2026 Mittel in Höhe von 50.000,00 €. Bis zu 1.500,00 € können die Chöre und Ensembles jeweils beantragen. Von der Förderung ausgeschlossen sind Ensembles und Chöre, die zu gewinnorientierten Trägern gehören sowie solche, die durch die Freie und Hansestadt Hamburg institutionell gefördert werden. Ausgewählt werden die Förderungen nach dem Windhund-Prinzip.
Im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel fördert die BKM weiterhin professionelle freie Theaterproduzierende und -gruppen in Hamburg über die „Projektförderung für Freie Darstellende Künste/Performing Arts/Theater und Tanz“. Durch diese Mittel sollen diese Gruppen in die Lage versetzt werden ihre „Produktionen zu erarbeiten, mehrjährige Konzeptionen zu realisieren sowie strukturgebende Maßnahmen oder künstlerische Fortbildungen zu betreiben.“
Unabhängig zu diesen staatlichen Programmen bzw. zum großen Teil auch ergänzend zu diesen setzt sich der RockCity Hamburg e.V. seit 1987 als „Interessenvertretung, Wegbereiter und Community für Hamburgs freie Musikschaffende“ ein. Die Förderungen dieses Vereins sind recht vielfältig. Sie reichen von Bereitstellung hochwertiger Musikinstrumenten zusammen mit der Haspa Musik Stiftung durch den Rockcity Instrumentenfonds, über den
Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE, dem jährlichen Preis mit begleitender Supportprogramm für Newcomer:innen, der ebenfalls mit der Haspa Musik Stiftung verliehen wird, hin zu „Live Fonds“, der mehrmals im Jahr Förderrunden für Reisekosten zu Auftritten, die auch im Ausland stattfinden können, finanzieren kann.
Aus dem Kiezhelden-Spendentopf des FC St. Pauli sind drei Mal im Jahr Mittel für Projekt- und Strukturförderung für Musik und Kultur jenseits der Bereiche Sport, Inklusion, Integration und Fankultur beantragbar.
Förderung für die freie Kunstszene in Hamburg
Auch im Bereich der freien Szene in der Bildenden Kunst fördert die Behörde für Kultur und Medien (BKM) auf vielfältige Weise. Über die „Programmförderung“, können selbst verwaltete, nicht kommerzielle Ausstellungsräume und künstlerische Initiativen in Hamburg, die mindestens ein Jahr existieren sowie eine Jahresprogramm durchgeführt und belegt haben, eine Förderung erhalten.
Das seit 1981 bestehende Förderprogramm Kunst im öffentlichen Raum gibt auch Kollektiven sowie kunstvermittelnden Initiativen die Möglichkeit sich in die Konzeption und Umsetzung von Kunst im öffentlichen Raum Hamburgs einzubringen.
Ein zentraler Fördermittelgeber von zeitgenössischer bildender und darstellender Kunst ist die Hamburgische Kulturstiftung, die trotz eines recht überschaubaren Stiftungskapitals jährlich rund 1 Mio. € an Förderungen vergibt. Gerade auch die Beratung durch das Team der Geschäftsstelle zur Förderung und Begleitung von Nachwuchskünstler*innen und der Kinder- und Jugendkultur zeichnet die Hamburgische Kulturstiftung aus. Die Projektförderung gliedert sich in die Bereiche „Junge Kunst und Kultur“ und „Kinder und Jugendkultur“ auf. Das Programm „FREIRÄUME! Initiative für kulturelle Integrationsprojekte“ möchte möglichst langfristige und regelmäßig stattfindende Angebote in ihrem Bestand unterstützen.
EU-Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg
Neben einer bundes- oder gar europaweiten Vergabe von Fördermitteln der EU gibt es auch europäische Fördermöglichkeiten, die gezielt in Hamburg ausgeschrieben werden. Nachstehend sind zwei EU-Programme exemplarisch aufgeführt.
Europäischer Sozialfonds Plus (ESF+) in Hamburg
Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) ist ein bedeutendes Strukturfondsprogramm der Europäischen Union, mit dem soziale Teilhabe, Bildung, Beschäftigung und Qualifizierung gefördert werden. In der Förderperiode 2021-2027 erhält Hamburg daraus rund 64 Millionen Euro. Dieser Betrag wird von der Freien und Hansestadt Hamburg um 96,5 Mio. € auf insgesamt 160,5 Mio. € aufgestockt, die in unterschiedliche Projekte fließen. Hamburg investiert diese Mittel in die Bereiche „Beschäftigung und Mobilität der Arbeitskräfte“, „Bildung“ und „Soziale Inklusion“.
In Hamburg wird der ESF+ durch das Amt Arbeit/ESF-Verwaltungsbehörde der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) verwaltet. Sie ist neben der Planung und Verwaltung des Programms in Hamburg für die „Überwachung einer ordnungsgemäßen Durchführung und die Erfüllung sämtlicher Berichtspflichten gegenüber der Europäischen Kommission verantwortlich.“
Gefördert werden über die Mittel des ESF+ Projekte für die folgende Zielgruppen: Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, Junge Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen.
Gefördert werden projektbezogene Vorhaben von Organisationen mit Sitz oder Wirkung in Hamburg, die beispielsweise Qualifizierungsangebote, Maßnahmen zur Integration ins Erwerbsleben, inklusive Bildungs- und Beratungsangebote oder andere arbeitsmarktorientierte Projekte sozialen zur sozialen Integration umsetzen. Der ESF+ bietet gemeinnützigen Trägern damit eine wichtige Finanzierungsquelle, insbesondere für Initiativen zur Förderung von Teilhabe, Beschäftigung und lebenslangem Lernen in Hamburg.
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Der EFRE ist einer der zentralen EU-Strukturfonds, mit dem nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung unterstützt wird. In Hamburg wird er genutzt, um Projekte der grünen und digitalen Transformation durchzuführen. In der Förderperiode 2021 bis 2027 kann insgesamt rund 65 Mio. € verausgabt werden. Als zwischengeschaltete Vergabestelle für den EFRE agiert die IFB Hamburg im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg.
Für den Bereich der gemeinnützigen Aktivitäten sind die EFRE Mittel in Hamburg kaum relevant, da sich die Förderungen in der Regel auf öffentliche Bauten, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oder die Forschungsförderung beziehen. In wenigen Fällen können gemeinnützige Organisationen ggfs. als Partner für diese Fördermittelempfänger in Frage kommen.
Weitere Förderpartner für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg
Neben den öffentlichen Förderstrukturen bietet Hamburg eine besonders vielfältige Landschaft privater Förderstiftungen und -initiativen. Diese ergänzen staatliche Programme nicht nur finanziell, sondern ermöglichen oft auch flexiblere Förderungen abseits bürokratischer Strukturen. Die Landschaft der Stiftungen in „Deutschlands Stiftungslandschaft“ ist thematisch und strukturell sehr breitgefächert. An dieser Stelle ist es nur möglich eine kleine Auswahl vorzustellen. Lesen Sie daher nachstehend die Vorstellung exemplarischer Förderpartner mit Wirkungsgebiet in Hamburg.
Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE)
Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) speist sich mit Mitteln der Bingo! Umweltlotterie. Von der naturnahen Umgestaltung eines Schulhofes über Nord-Süd-Begegnungsreisen bis hin zu groß angelegten Projekten zum Schutz von Alleen und Mooren oder Förderungen von Partnerschaftsprojekten im globalen Süden, weist die Stiftung ein weites Förderspektrum mit recht niedrigschwelligen Antragsmodalitäten auf. Vier Vergaberunden im Jahr hat die NUE für Projektanträge aus Hamburg, die jeweils auf der Homepage ausgeschrieben sind. Die Förderzusagen werden jeweils kurz nach der Vergabesitzung auf der Homepage bekanntgegeben. Diese „Auflistung“ bietet eine sehr gute Orientierung bezogen auf die Vergabehöhe und die Ausgestaltung ähnlicher eingereichter Projekte.
„Gut für Hamburg“ – Förderungen aus dem Haspa LotterieSparen der Hamburger Sparkasse (Haspa) und durch die Stiftungen der Haspa Stiftungen
Auch in Hamburg können gemeinnützige Projekte über das Förderinstrument LotterieSparen unterstützt werden. Beim Haspa LotterieSparen der Hamburger Sparkasse (HASPA) erwerben die Teilnehmenden Spar-Lose für je fünf Euro.
25 Cent werden als so genannter Zweckertrag für gemeinnützige Zwecke einbehalten. Mehr als 500 gemeinnützige und mildtätige Einrichtungen in der Metropolregion Hamburg können mit rund 2,4 Mio. € aus Fördertopf unterstützt werden. Bereits seit 1952 tragen die Lose dazu bei, dass konkrete, langlebige Anschaffungen wie Möbel, Sport- oder Haushaltsgeräte oder kleinere Sanierungen und Baumaßnahmen mit Fördersummen bis zu 3.000,00 € von Hilfsorganisationen, Bildungs-, Pflege- und Senioreneinrichtungen, Hilfsorganisationen bis hin zu Museen oder Theatern hilfreiche Unterstützungen erhalten. Generell ist eine Geschäftsbeziehung zur Haspa zwar nicht erforderlich, dennoch ist diese von Vorteil. Denn eine Verbindung zur Haspa sollte bei einem Antrag immer dargelegt werden.
Unter dem Dach, der 2005 errichteten Haspa Hamburg Stiftung, werden mittlerweile 400 Stiftungen mit einem Gesamt-Stiftungskapital von rund 300 Millionen Euro verwaltet. Auch wenn ein Großteil dieser Stiftungen eng festgelegte Förderzwecke hat, lohnt es sich nach ihnen zu recherchieren bzw. Kontakt aufzunehmen. Mögliche passende Förderbereiche sind „Forschung“, „Humanitär/Sozial“, „Kinder/junge Menschen“, „Kultur“, „Natur“, „Regional“ und „Senioren“.
Hamburger Bürgerstiftung
Die 1999 errichtete Hamburger Bürgerstiftung ist eine der ältesten Bürgerstiftungen in Deutschland nach dem Vorbild der amerikanischen Community Foundations, also eine Gemeinschaftsstiftung, in die sich möglichst viele Bürger:innen aus Hamburg für ihre Stadt und deren Wohl eingebracht haben. Mittlerweile haben über 320 engagierte Stifter:innen Zustiftungen, Erbschaften und Nachlässe in das Kapital der Hamburger Bürgerstiftung eingebracht.
Für Antragstellungen zugunsten von gemeinnützigen Aktivitäten sind die Themenfonds und Treuhandstiftungen, die durch die Bürgerstiftung verwaltet werden, von besonderem Interesse. Der Schwerpunkt der Förderungen liegt fast durchgehend, wenn nicht in der Auflistung anders angegeben, auf Aktivitäten zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen. Bei den folgenden Themenfonds sind Anträge zu verschiedenen Fristen und Modalitäten möglich:
- Demokratie stärken: BürgerStiftung Hamburg | Demokratie stärken
- Starke Persönlichkeiten: BürgerStiftung Hamburg | Starke Persönlichkeiten
- Heimathafen (Schwerpunkt Teilhabe für ältere Menschen): BürgerStiftung Hamburg | Heimathafen
- Hamburger Spielräume: BürgerStiftung Hamburg | Hamburger Spielräume
- Natur erleben- verstehen - schützen: BürgerStiftung Hamburg | NATUR erleben – verstehen – schützen
- Migrantisches Engagement: (Kein Schwerpunkt ausschließlich auf Kinder und Jugendliche): BürgerStiftung Hamburg | Migrantisches Engagement
- Hamburger Anker (Schwerpunkt Elternprojekte): BürgerStiftung Hamburg | Hamburger Anker
- Ukrainehilfe Hamburg (Schwerpunkt Geflüchtete aus der Ukraine): BürgerStiftung Hamburg | Ukrainehilfe Hamburg
- Landungsbrücken: BürgerStiftung Hamburg | Landungsbrücken
Exemplarisch sei aus diesen Fonds der Themenfonds Hamburger Spielräume nochmals gesondert erwähnt. Hier haben sich unter der Koordination der Hamburger Bürgerstiftung 14 Stiftungen aus Hamburg zusammengetan, um seit der Corona-Zeit Impulse, wie Freizeitaktivitäten, Ausflüge oder kurze Reisen mit Übernachtung, für außerschulische Projekte zu fördern. Die Ausschreibungen sind jeweils für jahreszeitlich sowie für Aktivitäten in den Schulferien gestaffelt auf der Homepage des Fonds aufgelistet.
Es empfiehlt sich schon Projekte für eine Einreichung „in der Schublade“ zu haben, denn die Mittel des Fonds sind immer sehr schnell vergeben.
Auch die Auflistung der beteiligten Stiftungen eignet sich als Orientierung, bei welchen Stiftungen es potenziell passende Mittel im Bereich Kinder und Jugendhilfe in Hamburg, teilweise mit größeren Volumen, vergeben werden.
Zudem lohnt sich ein Blick auf die unter dem Dach der Hamburger Bürgerstiftung verwalteten Treuhandstiftungen. Recherchieren Sie und fragen Sie an, ob und in welchem Maße Förderungen möglich sind. Teilweise befinden sich finanziell recht potente Stiftungen in der Obhut der Hamburger Bürgerstiftungen, die beim Blick auf die Ausführungen auf der Homepage nicht solch ein großes Fördervolumen erwarten lassen. Ein Austausch mit dem Stiftungsteam lohnt sich in diesem Sinne.
Joachim Herz Stiftung
Die Joachim Herz Stiftung gehört zu den größten Stiftungen in Hamburg und bundesweit - sowohl bezogen auf das Stiftungskapital von über 2 Mill. € als auch auf die Ausgaben für Projekte in Höhe von 52 Mio. € im Jahr 2025. Nach dem Tod des Hamburger Unternehmers Joachim Herz wurde die Stiftung 2017 errichtet, um in den Bereichen Bildung, Wissenschaft in Forschung und Lehre in den Naturwissenschaften, Wirtschaft, Recht, Medizin, Ingenieurwissenschaften und Persönlichkeitsbildung Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen von der Schule über die Ausbildung oder das Studium hin zur Orientierung beim Berufseinstieg zum Prinzip der Selbstbestimmung
durch Eigenverantwortung- und initiative, Selbstreflexion, Leistungsbereitschaft und Weltoffenheit zu führen. Die Joachim Herz Stiftung ist sowohl operativ als auch fördernd tätig. Ausschreibungen für Förderungen für junge Forscher:innen werden regelmäßig für begrenzte Zeiträume ausgeschrieben. Auch die Förderung von Auszubildende über das „Azubi-Kolleg“, das junge Fachkräfte mit einem Stipendienprogramm für Auszubildende aus Norddeutschland stärken möchte, wird immer wieder neu aufgelegt. Ganzjährig antragsfähig sind der "Perlenfonds", der jungen Menschen dabei helfen soll eigene Ideen für eine nachhaltige Zukunft umzusetzen und der "VDI-Joachim-Herz-Technikfonds", der mit dem Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) Technik-Projekte in und außerhalb des Schulunterrichts fördert.
ZEIT Stiftung - Ebelin und Gerd Bucerius
Auch die „ZEIT Stiftung – Ebelin und Gerd Bucerius“ geht auf Hamburger Unternehmenspersönlichkeiten zurück. Das Stifterehepaar Ebelin und Gerd Bucerius errichtete die Stiftung 1971. Als eine der größten deutschen Stiftungen sieht sich die ZEIT Stiftung - Ebelin und Gerd Bucerius „als Forum und Stimme für eine kritische Zivilgesellschaft“. Sie möchte mit ihren Förderungen in den Bereichen „Wissenschaft“, „Kultur“, „Bildung“, „Politik“, „Gesellschaft“ und „Medien“ Freiräume und Orientierung für eine freiheitliche Entwicklung in der Gesellschaft bereitstellen. Mit einem Stiftungskapital von 810,4 Mio. € und einem Fördervolumen von bewilligten Projekten in Höhe von 21,1 Mio. € zählt die ZEIT Stiftung – Ebelin und Gerd Bucerius zu den wichtigsten Fördermittelgebern in Hamburg und zu den größten privaten Stiftungen deutschlandweit. Förderanfragen mit einem Vorlauf von mindestens sechs Monaten können als Privatperson oder als Institution gestellt werden.
Stiftungen der Hamburger Wohnungsbaugenossenschaften
Die Wohnungsbaugenossenschaften bieten in Hamburg nicht nur für viele Bewohner:innen ein lang ersehntes Zuhause. Sie engagieren sich auch für das soziale Miteinander und die Lebensqualität in den Stadtteilen, in denen sie ihre Wohnungen anbieten. Eine Überblickseite listet alle Stiftungen und Vereine der Wohnungsbaugenossenschaften auf, die sich in Hamburg engagieren. Nicht jede Genossenschaft ist vielseitig und recht breit angelegt über ihren eigenen Tellerrand engagiert und fördert über das Umfeld der eigenen Wohnanlagen hinaus.
Ein Blick auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten der Stiftungen und Vereine lohnt sich dennoch. So manche Anschaffung von Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen in den Stadtteilen wurde, ergänzt durch staatliche Mittel und Mittel von anderen Stiftungen, vor Ort umgesetzt.
Besonders gut aufgebaute Angaben zu Fördermittelvergaben und vielfältige Förderungen weisen u.a. die Bergedorf Bille Stiftung und die Stiftung Hamburger Wohnen auf. Die Stiftung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft SAGA setzt sich mit der "SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft" für stabile Nachbarschaften und Quartiersentwicklung ein. Auch diese Stiftung hat ein gut strukturiertes Förderwesen.
Hans Weisser Stiftung
Als Förderstiftung in den Bereichen Bildung und Wissenschaft geht die Hans Weisser Stiftung neben der Vergabe von Stipendien im Bereich der Jugendbildung ganz eigene Wege, die sie von anderen Stiftungen abhebt. Daher soll sie das Beispiel für die Vielfalt der Fördermöglichkeiten von Stiftungen in Hamburg erwähnt werden.
Gemeinsam mit gemeinnützigen Partnern, die an sie mit der Anfrage nach Förderungen herantreten, möchte die Hans Weisser Stiftung vor allem die nächsten Entwicklungsschritte dieser Organisation unterstützen. Dies kann in Form von Kosten eines Projekts sein, muss es aber nicht sein. Auch eine strukturelle Förderung kann möglich und hilfreich für die weitere Entwicklung sein. Die Stiftung sieht sich an der Seite der Projektpartner als „Denkpartnerin“ und „Vernetzerin“. Auch als „Türöffnerin“, im „Capacity Building“, in der „Projektentwicklung“, in der „Vermittlung von Fachberatung“ und im „Coaching“ kann die Stiftung fördern tätig werden.
Hildegard und Horst Röder Stiftung
Ein Beispiel für eine der vielen Stiftungen in Hamburg, die mit kleinen und mittleren Summen recht unkompliziert und bürokratisch Hilfe in Notlagen leistet, ist die Hildegard und Horst Röder Stiftung . In Notfällen, wenn bei sozial benachteiligten Familien die so dringend benötigte Waschmaschine ausfällt oder, wenn Umbauten bei einem plötzlichen Pflegefall notwendig sind, kann die Stiftung mit einem sehr niedrigschwelligen Antragsprozedere Hilfe anbieten.
Der „Hilfekompass Hamburg der Röder Stiftung" bietet für die verschiedensten Notlagen Links und Verweise auf weitere Antrags- und Hilfsmöglichkeiten.
Hamburger Spendenparlament
Eine besondere Förderinstitution, die in dieser Form erstmals deutschlandweit entstanden ist, ist das Hamburger Spendenparlament. 1996 wurde es auf Initiative des damaligen Landespastors Dr. Stephan Reimers gemeinsam mit sozial engagierten Bürger:innen gegründet. Die regelmäßig eingehenden Spenden der „Parlamentsmitglieder“ werden in regelmäßigen Parlamentssitzungen für Projekte aus den drei Bereichen „Armut“, „Obdachlosigkeit“ und „Isolation“ vergeben. Nach dem Förderprinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ werden jährlich rund 75 Projekte mit insgesamt bis zu 1. 640.000 € unterstützt. Hierbei handelt sich um kleine Vorhaben bis Großprojekten von mehreren Hunderttausend Euro.
Stiftungen der Unternehmer- und Mäzenatenfamilie Otto
Zahlreiche Förderungen von gemeinnützigem Engagement, seien sie groß und nach außen sehr prägnant sichtbar, oder eher im Kleinen ganz unscheinbar, wurden von Stiftungen unterstützt, die von den Familienmitgliedern der Familie Otto rund um Versandhauskonzerns Otto Group errichtet worden sind. In diesem Blog-Artikel zu den Fördermöglichkeiten für gemeinnützige Aktivitäten in Hamburg können nicht alle Stiftungen rund um die Familie Otto benannt und ausgeführt werden. Drei Stiftungen, die für Fördermittelanträge für gemeinnützige Aktivitäten relevant sowie aktuell antragsfähig sind, stelle ich Ihnen nachfolgend kurz vor.
Alexander Otto Sportstiftung
Die Alexander Otto Sportstiftung, die von dem gleichnamigen Hamburger Unternehmer im Jahr 2006 gegründet wurde, möchte Sport als Mittel zur Teilhabe und zum Miteinander sowohl zur Stärkung des Einzelnen als auch der Gesellschaft fördern. Sie stellt in Hamburg eine zentrale Säule der privaten Sportförderung, insbesondere auch für Projekte des Breitensports dar. Förderprojekte unterstützt sie in den Bereichen „Breitensport“, „Inklusionssport“, „Schul- und Kitasport“, „Leistungssport“ und „Know-How-Transfer“. Im Rahmen der Hamburger Olympiabewerbung schreibt die Stiftung das Förderprogramm "104 Projekte für 104 Stadtteile" aus, das mit 1 Mio. € Fördergelder für bis zu 20.000,00 € u.a. zugunsten von Investitionen, Ausrüstung, Übungsstunden oder Trainingslager an Vereine und Schulen bereitstellt, die Sport sich der Verbreitung von Teamgeist im olympischen Gedanken in den Hamburger Stadtteilen einsetzen.
Dorit und Alexander Otto Kulturstiftung
Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 hat die Dorit und Alexander Otto Kulturstiftung rund 41 Mio. € an Fördermitteln vergeben. Neben größeren operationellen Projekten, unterstützt die Stiftung in der Förderbereichen „Gesundheit“, „Soziales“, „Kultur“ und „Umwelt- Artenschutz“ wirkungsvolle und nachhaltige Projekte in Hamburg. Auch kirchliche Zwecke durch andere steuerbegünstigte Körperschaften und Körperschaften des öffentlichen Rechts können gefördert werden. Anträge sind ohne Frist möglich.
Die Dorit und Alexander Otto Kulturstiftung ist somit eine der wichtigsten Stiftungen zur Förderung von Kultur sowie angrenzenden Förderzwecken in Hamburg.
Holistic Foundation
Die Holistic Foundation wurde von Benjamin Otto und Janina Linn Otto gegründet. Sie möchte über eigene Projekte und die antragstellende Organisation bzw. die Personen hinter den Organisationen dazu anstiften, die eigenen Stärken kennenzulernen, zu nutzen und sie gemeinschaftlich für eine bessere Gesellschaft einzubringen.
Im Förderzyklus 2026 werden Initiativen gefördert, die sich in den Förderschwerpunkten „Lebenslanges Lernen/Bildung“, „Beruf/Berufung“, „Wohlbefinden/Gesundheit“ und/oder „Umwelt/Ernährung“ engagieren. Dabei
steht das Themenfeld „Beruf/Berufung“ im Fokus der Förderungen. Initiativen werden priorisiert, die Senior*innen als Zielgruppe in den Blick nehmen und auf dem LIFE HAMBURG Campus der Stiftung umsetzbar sind. Gemeinnützige Organisationen in Hamburg mit passenden Projekten bedarfsorientiert auf Fördersummen von bis zu 25.000,00 € bewerben.
Hilfreiche Tipps zur Förderpartner-Suche in Hamburg
Bei der Vielzahl an Fördermöglichkeiten in und rund um die Freie und Hansestadt Hamburg ist es nicht leicht den Überblick zu behalten. Auch wenn es nicht die von vielen im Fördermittelfundraising gewünschte Liste aller fördernden Institutionen gibt, so gibt es doch einige Portale, die Hilfestellungen, wertvolle Verweise und Möglichkeiten zur Vernetzung aufzeigen.
Die Freie und Hansestadt Hamburg selbst bietet über das Referat für Stiftungsangelegenheiten in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz die „Hamburger Stiftungsdatenbank“ an. Diese ermöglicht über eine recht einfach gehaltene Suchmaske die Einsicht in die grundlegenden Angaben zum Namen, den Förderzwecken, dem Errichtungsjahr und in der Regel auch Kontaktdaten der jeweiligen vermerkten Stiftung.
Einen weitergehenden Überblick über Stiftungen und deren Hintergründe in Hamburg ermöglicht das von zehn großen Hamburger Stiftungen bzw. Stiftungsverwaltungen getragene „Stiftungsbüro Hamburg“ mit seiner Homepage www.hamburger-stiftungen.de. Das Stiftungsbüro Hamburg koordiniert und richtet jährlich die sogenannten Hamburger Stiftungstage aus, die mit den vielfältigsten Angeboten dazu beitragen, die Tätigkeit von Stiftungen alltagsnah in der Hamburger Öffentlichkeit zu vermitteln. Der „monatliche Förderradar“ stellt aktuelle Förderausschreibungen und Stiftungsprofile von Hamburger Stiftungen auf der Homepage, auf Social Media-Kanälen sowie in einem Newsletter vor. Die „Stiftungsdatenbank“ des Stiftungsbüros Hamburg wurde vor kurzem überarbeitet. In einem neuen Layout bietet sie nun noch mehr Suchoptionen und ist ansprechender gestaltet. Sukzessiv wird die Datenbank mit neuen Stiftungsprofilen und ergänzenden Informationen erweitert.
Die Hamburger Bürgerstiftung bietet mit ihrer Beratungsstelle für Initiativen und Vereine (Engagement Dock) neben einem Newsletter, der alle sechs bis acht Wochen erscheint und auf Antragsmöglichkeiten hinweist sowie Tipps rund um Engagementförderung und das Antragswesens gibt, regelmäßige, wöchentliche Beratungszeiten an. Fragen rund um Antragstellungen und Antragsmöglichkeiten für Projekte in Hamburg werden hier angeboten. Abgerundet wird der Service von Veranstaltungsformaten und Workshops, die u.a. auch Matchings von Fördermittelgebenden und Fördermittelempfangenden beinhalten.
Bezogen auf den Kulturbereich möchte ich abschließend noch auf zwei weitere Informationsmöglichkeiten hinweisen. Die „Hamburg Kreativ Gesellschaft mbH“, die als Unternehmen der Stadt Hamburg, die größte Kreativfördergesellschaft in Deutschland ist, bietet den „Förderfilter“ an. Dieses Portal listet Angebote staatlicher Mittel, privater und öffentlicher Stiftungen und Vereinen sowie Kredite, Darlehen und Beteiligungen für alle kreativen Branchen auf, auf die sich Kreative in Hamburg bewerben können. Eine Unterscheidung in kommerzielle und nicht kommerzielle Angebote, macht es möglich die Förderungen für gemeinnützige Aktivitäten herauszufiltern
„STADTKULTUR Hamburg“ ist der Dachverband für lokale Kultur und kulturelle Bildung in Hamburg. Auf seiner Homepage listet „STADTKULTUR Hamburg“ tagesaktuell „Förderungen und Wettbewerbe für die Kultur und kulturelle Bildung“ auf. Auch als Newsletter kann man die Meldungen erhalten. Vielfach sind die Ausschreibungen auch jenseits des Kulturbereichs und über Hamburg hinaus eine wertvolle, recht aktuelle Information.
Nutzen Sie diese Datenbanken, Portale und Newsletter, aber auch die Amtsblätter sowie Newsletter von den Fachbehörden und den Bezirken in Hamburg. Auch über kostenlose Anzeigenblätter, Stadtmagazine, Flyer in Museen, Bibliotheken oder in Ämtern sind immer wieder neue Förderquellen zu erfahren, wenn wir aufmerksam mit der „Fördermittelbrille“ durch unser direktes Umfeld gehen und in unserer Stadt unterwegs sind. Ebenso wichtig ist der Blick ins eigene Netzwerk: Kolleginnen und Kollegen, Kooperationspartner oder Gremienmitglieder verfügen nicht selten über wertvolle Hinweise zu passenden Fördergebern oder bestehende Zugangswegen.
Erst wenn diese lokalen und bezirklichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, empfiehlt sich die gezielte Recherche nach landesweiten Programmen, Bundesmitteln und EU-Förderungen.
Hilfreich ist zudem der Blick auf vergleichbare Projekte in Hamburg. Wer analysiert, wie andere Organisationen ihre Vorhaben finanzieren, gewinnt wichtige Erkenntnisse über geeignete Förderpartner und tragfähige Finanzierungskombinationen. Hinweise finden sich etwa auf den Websites von Trägern und Stiftungen, in Presseberichten, Projektbeschreibungen oder der Öffentlichkeitsarbeit erfolgreicher Initiativen. Auf diese Weise lassen sich bewährte Modelle erkennen und für die eigene Förderstrategie nutzbar machen.
Wenn Sie weitere relevante Förderpartner in Hamburg kennen oder eigene Erfahrungen teilen möchten, freuen wir uns über Ihre Hinweise und Anregungen im Kommentarbereich.







