Fördermittel für Krisenresilienz und Katastrophenhilfe


Hochwasser, Stromausfall, Extremhitze, Pandemie, Terrorlage oder ein schweres Zugunglück – Krisen und Katastrophen treffen die Gesellschaft immer öfter und dabei die Schwächsten am härtesten. Ältere und pflegebedürftige Menschen, Kinder, wohnungslose Menschen, Menschen mit Behinderung oder mit Sprachbarrieren sind in solchen Lagen besonders schutzbedürftig.

Und genau hier kommen gemeinnützige Träger ins Spiel: Vereine, Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, Nachbarschaftsinitiativen und soziale Einrichtungen übernehmen ergänzend zu den Einsatzkräften eine wichtige Rolle. Sie unterstützen Betroffene, begleiten im Alltag und sind häufig Anlaufstellen für Beratung sowie psychosoziale Stabilisierung nach der akuten Phase. Dabei geht es nicht nur um den klassischen Bevölkerungsschutz. Neben etablierten Akteuren wie Feuerwehr, THW oder Rettungsdiensten sind es zunehmend auch zivilgesellschaftliche Strukturen, die im Krisenfall wichtige Funktionen übernehmen. Sie erreichen die Menschen über gewachsene Netzwerke, genießen Vertrauen vor Ort und haben Zugang zu Zielgruppen, die staatliche Systeme allein oft nur schwer erreichen.

Krisenresilienz und Katastrophenhilfe sind damit auch Aufgabe der Sozialen Arbeit – und ein Handlungsfeld, für das gezielt Fördermittel eingeworben werden können.

Die Förderlandschaft in diesem Themenfeld ist vielfältig und nicht immer leicht zu überblicken. Staatliche Mittel werden über Bundesministerien und Landesbehörden bereitgestellt, ergänzt durch Stiftungen und anlassbezogene Spendenprogramme. Viele Angebote sind zudem nicht dauerhaft offen. Wir zeigen Ihnen, wo auch allgemeine gemeinnützige Träger ansetzen können – und geben konkrete Beispiele aus der Praxis.

Krisenresilienz und Katastrophenhilfe: Worum geht es in diesem Artikel

Katastrophen und Krisen betreffen gemeinnützige Träger in ganz unterschiedlichen Kontexten – von Naturereignissen bis hin zu Ausfällen kritischer Infrastruktur.

Dazu zählen unter anderem:

  • Naturkatastrophen: Hochwasser wie beim Ahrtal-Hochwasser 2021 oder in Süddeutschland, aber auch Stürme, Waldbrände oder extreme Wetterlagen
  • Infrastrukturkrisen: Stromausfälle – etwa der großflächige Ausfall in Berlin – sowie Störungen der Wasser- oder Lebensmittelversorgung
  • Gesundheitliche Krisen: Pandemien wie die COVID-19-Pandemie oder Hitzebelastungen in sozialen Einrichtungen
  • Sicherheitslagen: Anschläge, Amoklagen oder andere Großschadensereignisse

Ergänzend können auch soziale Krisenlagen eine Rolle spielen – etwa steigende Unterstützungsbedarfe infolge von Fluchtbewegungen oder wirtschaftlichen Entwicklungen.
Diese sind zwar keine "klassischen" Katastrophen, führen aber in der Praxis zu ähnlichen Herausforderungen für gemeinnützige Träger.

Gemeinnützige Träger bewegen sich in diesem Feld häufig in einer Doppelrolle: Sie unterstützen Betroffene und können zugleich selbst von Krisen betroffen sein. Dieser Beitrag fokussiert auf die Helferperspektive: Wie können gemeinnützige Organisationen Betroffene im jeweiligen Sozialraum unterstützen, und welche Fördermöglichkeiten gibt es dafür?

Inhaltlich lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden, die häufig Gegenstand einzelner Projekte sind – in der Praxis aber auch miteinander kombiniert oder im Rahmen von Kooperationen umgesetzt werden. So geht es zum einen um Prävention und Krisenvorsorge: Risikoanalysen, Notfallpläne, die Konzipierung von Sammel- und Anlaufstellen, Schulungen für Ehrenamtliche, das Vorhalten von Notstromaggregaten, Hitzeschutzmaßnahmen oder der Aufbau lokaler Netzwerke zur Resilienzstärkung. Während der Lage sind Soforthilfen gefragt – etwa die Notfallversorgung mit Lebensmitteln, Hilfsgütern und Einmalzahlungen, Unterstützung bei Evakuierungen, psychosoziale Akuthilfe oder zielgruppengerechte Information für besonders schutzbedürftige Menschen. In der Nachsorge rücken weiterführende Beratungsangebote, die Wiederherstellung sozialer Strukturen und Regelversorgung, Traumaarbeit und Gewaltprävention in den Vordergrund. Und schließlich geht es beim Wiederaufbau um die Instandsetzung beschädigter Einrichtungen, die Rückkehr zu belastbaren Alltagsstrukturen und die langfristige Begleitung von Gemeinschaften – oft verbunden mit der Auswertung von Krisenerfahrungen als Grundlage für eine stärkere Resilienz in der Zukunft.

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Was wird gefördert? Beispiele geförderter Projekte aus der Praxis

Förderprogramme unterstützen eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze in diesem Themenfeld. Die folgenden Beispiele geben einen Einblick, welche Projekte im Bereich Krisenresilienz und Katastrophenhilfe in der Praxis umgesetzt und gefördert werden können:

Öffentliche Fördermittel für Krisenresilienz und Katastrophenhilfe

Die gezeigten Beispiele machen deutlich, wie vielfältig die Bedarfe und Möglichkeiten im Bereich Krisenresilienz und Katastrophenhilfe sind. Diese Vielfalt trifft auf die Komplexität des Fördermarkts für gemeinnützige Aktivitäten. Für Projekte und Angebote im Bereich der Krisenresilienz und Katastrophenhilfe empfiehlt es sich mit einer breiten Perspektive auf die zahlreichen Förderprogramme und -partner in Deutschland zu schauen. Sie finden nachstehend einige Beispiele von Förderoptionen zum Fokusthema, die gemeinnützige Träger bei der Arbeit unterstützen können.

Förderpreis „Helfende Hand“

Die Helfende Hand ist ein Förderpreis, den das Bundesministerium des Innern jährlich vergibt. Ausgezeichnet werden Ideen und Konzepte, die das Interesse der Menschen für das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz wecken. Zudem ehrt er Unternehmen und Einrichtungen, die den ehrenamtlichen Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbildlich begleiten bzw. Personen, die den Bevölkerungsschutz in besonderer Weise fördern. Die Auszeichnung wird seit 2009 jährlich verliehen. Der Förderpreis wird in drei Kategorien vergeben: Innovative Konzepte, Nachwuchsarbeit und Unterstützung des Ehrenamtes.

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Mit dem EFRE sollen Ungleichgewichte zwischen verschiedenen Regionen ausgeglichen werden um so den wirtschaftlichen, territorialen und sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu stärken. Für den Themenbereich Krisenresilienz und Katastrophenhilfe sind mehrere Bestandteile relevant. Zur Umsetzung kommen Fördermittel über nationale und regionale Programme zum Einsatz. Zum Beispiel findet sich im EFRE Programm des Freistaates Thüringen in der Priorität: 4 (Anpassung an den Klimawandel, Risikoprävention und Katastrophenresilienz) das spezifische Ziel: "Förderung der Anpassung an den Klimawandel und der Katastrophenprävention und der Katastrophenresilienz unter Berücksichtigung von ökosystembasierten Ansätzen". Daraus abgeleitet werden unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Gefahrenabwehr gefördert. Auch im Multifondsprogramm für die EU-Strukturfondsförderperiode 2021–2027 in Niedersachsen finden sich Zielsetzungen wie Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements als Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilisierung sowie Unterstützung des Managements von Sicherheitsrisiken in Ballungsräumen, Reduzierung von Hitzestress und starkregenbedingten Überflutungen 14. Neuanlage und Aufwertung naturnaher innerstädtischer Grünflächen oder die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit auf Umweltkrisen durch Stärkung von vernetzten Katastropheninterventionsmöglichkeiten sowie die Entwicklung von Resilienzkonzepten.

Es lohnt sich also je nach Bundesland die Möglichkeiten durch den EFRE in Bezug auf Fördermittel für Krisenresilienz und Katastrophenhilfe zu prüfen.

Interessant könnte auch die kommende EU-Förderperiode ab dem Jahr 2028 werden. Hier stehen mitunter Themen wie Sicherheit und Krisenresilienz mit auf der Agenda und es lohnt sich die Planungen des Mehrjährigen Finanzrahmen der EU-Förderung zu verfolgen.

LEADER  (Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale)

Auch die LEADER-Förderung ist ein Instrument der Europäischen Union, welche aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert wird. Wirkungsziel des LEADER ist die Stärkung der ländlichen Regionen in Europa. Der Schwerpunkt liegt hier auf Projekten, die die Wirtschaftskraft und Lebensqualität im ländlichen Raum erhalten, das Miteinander stärken und die Zukunftsfähigkeit von Dörfern sichern. Die Gelder für LEADER werden über die Bundesländer verteilt, sodass hier auch jedes Land einen etwas anderen Schwerpunkt setzen kann. Durch den Bottom-up Ansatz gilt es zunächst zu prüfen, ob ein Vorhaben in einer LEADER-Region liegt, wie das dortige Regionale Entwicklungskonzept aufgebaut ist und welche Förderbedingungen konkret vorgegeben sind. Ein Beispiel aus der Lokalen Entwicklungsstrategie der LEADER Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Landkreis Neu-Ulm verdeutlicht das Thema als übergeordnetes Wirkungsziel der LEADER-Förderung: "Für die kommende LEADER-Periode 2023-2027 ist `Resilienz’ der Schlüsselbegriff und das Querschnittsthema für die Lokale Entwicklungsstrategie und Handlungsleitfaden für die LEADER-Projekte und -Aktivitäten. Nicht zuletzt die globalen Krisen der Gegenwart wie COVID-19, der Krieg in der Ukraine oder der Klimawandel sind Ereignisse, die sich auch lokal und regional auswirken und die Frage der ausreichenden Resilienz aufwerfen."

Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ (KlimaRäume)

Der Deutsche Bundestag hat aus dem Sondervermögen Klima- und Transformationsfonds (KTF) Programmmittel in Höhe von 80 Millionen Euro für das Bundesprogramm  „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ (KlimaRäume)  bereitgestellt. Mit dem Programm werden Kommunen dabei unterstützt, ihre Grün- und Freiräume resilient und zukunftsfähig zu gestalten. Im Fokus stehen der gezielte Ausbau sowie die Erhaltung und Anpassung der blauen und grünen Infrastruktur. Städte und Gemeinden sind aufgerufen, bis zum 30. Juni 2026 geeignete Projekte zur Förderung einzureichen. Für gemeinnützige Vereine ist interessant, dass Kommunen eine Zuwendung an einen Verein als Letztempfänger weiterleiten können. 

Der Bund hat auch ein Förderprogramm für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel (AnpaSo) direkt für gemeinnützige Träger und deren vulnerable Zielgruppen. Über offene Antragsfenster wird über diesen Verteiler informiert. 

Forschung für die zivile Sicherheit

Mit dem Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit" verfolgt die Bundesregierung bis 2029 das Ziel, durch Forschung und Praxistransfer die Sicherheit und Resilienz der Bevölkerung in Deutschland zu stärken – von der Bewältigung hybrider Bedrohungen über sichere Versorgung bis hin zum Schutz der Bevölkerung in Katastrophenlagen. Gemeinnützige Träger sind in diesem Rahmen zwar nicht als alleinige Antragsteller vorgesehen, aber als Praxispartner in Forschungsverbünden willkommen. So gab es mitunter im Frühjahr 2026 einen Aufruf zur Förderung von Projekten zur "Stärkung der Selbsthilfefähigkeit und Resilienzkompetenz der Bevölkerung in Krisen- und Katastrophenlagen". Darüber werden innovative und praxisorientierte Ansätze und Maßnahmen erarbeitet, die zu einer gesteigerten Resilienz der Bevölkerung sowie deren Sensibilisierung gegenüber Risiken, Gefahren, Krisen und Katastrophen führt.

Auch gibt es hierunter eine Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „Erkennung, Abwehr und Bewältigung hybrider Bedrohungen“. Informationen zu den einzelnen Förderaufrufen und deren Rahmenbedingungen finden Sie auf Förderung - BMFTR-Sicherheitsforschung.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Das Bundeskabinett hat im Juli 2025 zusätzliche Mittel beschlossen, die über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) administriert und zentrale Projekte im Bevölkerungsschutz sowie bestehende Strukturen stärken sollen. Laut einer Pressemitteilung ist geplant mit diesen Mitteln verschiedene Bereiche zu unterstützen, darunter auch das Thema Schutzräume für die Bevölkerung, als integraler Bestandteil eines effektiven Zivilschutzes. Laut Mitteilung soll im BBK es hierzu eine Pilotförderung zur Ausstattung öffentlicher Zufluchtsorte im Haushaltsjahr 2026 geben. Des Weiteren sollen Kampagnen für den Selbstschutz sicherstellen, dass Empfehlungen zur Notfallvorsorge und zum Verhalten in Krisensituationen an die Bevölkerung weitergegeben werden können, um die Menschen flächendeckend und in ihren jeweiligen Lebenssituationen zu erreichen. Auch der Ausbau von Aus- und Fortbildungsangeboten im Krisenmanagement sind Teil der aufgeführten Bereiche. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Blogartikels sind uns keine weiterführenden Informationen bekannt. Hier gilt es den Fördermarkt weiterhin aufmerksam zu beobachten.

Fördermöglichkeiten von privaten Partnern

Neben staatlichen Programmen gibt es eine Reihe privater Stiftungen und Förderorganisationen, die Katastrophenhilfe und Krisenresilienz als Förderbereich ausweisen und für gemeinnützige Träger zum Teil niedrigschwelliger zugänglich sind als öffentliche Förderprogramme. Gerade im Katastrophenfall erweitern viele Förderpartner spontan und flexibel ihre Förderkriterien und ermöglichen effektive Hilfe. Auch hierzu finden Sie eine kleine Auswahl von Förderoptionen im Folgenden vorgestellt.

Deutsche Fernsehlotterie

Die Stiftung der Deutschen Fernsehlotterie vergibt die durch den Losverkauf der Soziallotterie eingespielten Zweckerträge an soziale Projekte in ganz Deutschland. Wird in Deutschland eine Katastrophe oder eine vergleichbare Notsituation ausgerufen, kann die Stiftung Fördermittel für besondere Hilfen vergeben. Aber auch in der Nachbegleitung durch bedarfsorientierte lokale Projekte kann die Stiftung unterstützen. Ein Beispiel ist das traumapädagogische Projekt des Hoffnungswerk e.V., welcher mit der Förderung neue Angebote entwickeln konnte, die Kindern im Ahrtal Hoffnung, Sicherheit und neue Perspektiven schenken.

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“

Durch die Gelder der „Ein Herz für Kinder“-Spendengala (26.158.736 Euro im Jahr 2025) und verschiedener Spendenaktionen unterstützt BILD hilft e.V. Kinderhilfsprojekte in Deutschland und weltweit. Die vielfältigen Hilfen werden in den Bereichen Medizin und Forschung, Bildung und Chancengerechtigkeit, Katastrophenhilfe sowie Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf angeboten. Auch hier gibt es beispielsweise Förderungen für Projekte, die aufgrund der Flut 2021 notwendig wurden. 

Stiftung der Deutschen Lions: Not- und Katastrophenhilfe

Überall dort, wo Katastrophen passieren, ist schnelle Hilfe für die betroffenen Menschen gefragt. Im Falle eines Falles ruft die Stiftung der Deutschen Lions zu Spenden auf und koordiniert die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, die die Hilfe vor Ort umsetzen. In einem ersten Schritt werden Sofortmaßnahmen wie die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrungsmitteln, medizinische Versorgung und das Errichten von Notunterkünften realisiert, so dass das Überleben von Not leidenden gesichert wird. Die Stiftung ist dabei sowohl in Deutschland als auch weltweit aktiv.

Achten Sie hier im Besonderen auf die lokalen und regionalen Förderorganisationen und -stiftungen. Über 70% der Förderer sind ausschließlich vor Ort aktiv!

Querschnittsthemen: Wo Krisenresilienz und Katastrophenhilfe mitgedacht werden können

Krisenresilienz und Katastrophenhilfe in Deutschland ist nur selten ein eigener Förderbereich – häufig ist es ein Thema, das sich in andere Förderprogramme und -ziele einbetten lässt. Wer die eigene Arbeit gezielt unter diesem Blickwinkel rahmt und über verschiedene Perspektiven betrachtet, erhöht die Förderchancen in mehreren Bereichen gleichzeitig. Folgende Anknüpfungspunkte sind besonders relevant:

Stärkung von Nachbarschaften und Quartieren

Programme zur Sozialraumorientierung und Quartiersarbeit fördern genau jene lokalen Strukturen, die im Krisenfall entscheidend sind: Nachbarschaftsnetzwerke, Begegnungsorte, niedrigschwellige Anlaufstellen. Wer Quartiersprojekte beantragt, sollte die Krisenresilienz-Perspektive aktiv einbringen – sie schärft das Profil des Antrags und ist anschlussfähig an aktuelle politische Prioritäten.

Ehrenamt und Engagement

Viele Förderprogramme für bürgerschaftliches Engagement lassen sich gezielt für Krisenresilienz und Katastrophenhilfe nutzen, wenn der Ansatz auf die Stärkung ehrenamtlicher Strukturen, Qualifizierung und Vernetzung abzielt. Denn gerade das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort ist in einer Krisenlage unverzichtbar – und verdient es, entsprechend vorbereitet, begleitet und wertgeschätzt zu werden.


Weiterführende Blogartikel


Beratung, psychosoziale Nachsorge und Prävention

Die Phase nach einer Katastrophe ist oft die vergessene. Sozialberatung, psychologische Begleitung und Traumaarbeit sind in bestehenden Förderprogrammen anschlussfähig, wenn sie gezielt als Teil der Krisenresilienz gerahmt werden. Einen eigenen Fördertopf speziell für diese Phase gibt es kaum; vielmehr gilt es, die jeweils passenden Programme aus den themenspezifischen Förderlandschaften zu erschließen – etwa aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Altenhilfe und der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. Zu all diesen Zielgruppen und verschiedenen Themenbereichen finden Sie auf diesem Blog eigene Beiträge mit konkreten Förderhinweisen – nutzen Sie diese als Ausgangspunkt für Ihre Recherche.

Solidarität, Netzwerk und Partnerschaften: Gemeinsam durch die Krise

Krisenresilienz und Katastrophenhilfe sind keine Themen, die gemeinnützige Träger alleine stemmen müssen – und auch die Finanzierung muss nicht aus einem einzigen Topf kommen. Wer das Thema strategisch angeht, kombiniert verschiedene Ansätze: eingebettet in laufende Anträge etwa aus der Quartiersarbeit, der Engagementförderung oder der Sozialberatung, ergänzt durch gezielte Gespräche mit regionalen Stiftungen, die nach Krisensituationen oft besonders offen für Präventions- und Nachsorgeprojekte sind.

Krisen zeigen, was in normalen Zeiten oft unsichtbar bleibt: In akuten Notlagen wächst die Bereitschaft zur Solidarität: bei Förderorganisationen, Unternehmen und in der Zivilgesellschaft. Plötzlich entstehen neue Finanzierungsmöglichkeiten und Partnerschaften, die über die Krise hinaus tragen können.

Entscheidend ist dabei die Qualität der bestehenden Beziehungen. Organisationen, die bereits tragfähige Netzwerke zu Förderern, öffentlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgebaut haben, können im Ernstfall schneller reagieren, Unterstützung mobilisieren und ihre Maßnahmen wirksamer umsetzen. Über Dachverbände und etablierte Strukturen lassen sich zusätzlich fachliche Expertise und Finanzierungsmöglichkeiten erschließen. Ergänzend sollten Fördermittel gezielt mit weiteren Fundraisinginstrumenten wie Spendenkampagnen oder Unternehmenskooperationen kombiniert werden.

Wer im Bereich Krisenresilienz und Katastrophenhilfe aktiv wird, sollte dies nicht nur als Projektarbeit begreifen, sondern als strategische Positionierung. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren und die eigene Sichtbarkeit vor Ort schaffen die Grundlage dafür, im Krisenfall handlungsfähig zu sein – und langfristig in Förder- und Kooperationsstrukturen eingebunden zu werden.


Sind Ihnen Förderpartner und -programme  im Bereich Krisenresilienz und Katastrophenhilfe bekannt? Ergänzen Sie gerne Ihre Hinweise im Kommentarbereich. Besten Dank!

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Marlene Schmitz

Über den Autor/die Autorin

Redakteurin, Dozentin und Beraterin, zertifizierte Fördermittelmanagerin, Sozialmanagerin B. A. hat über 15 Jahre Erfahrung im Fundraising- und Fördermittelbereich und ist Referentin und Lehrbeauftragte



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