Berlin ist geprägt von einer außergewöhnlich dichten und vielfältigen Engagementlandschaft. In den Bezirken, Nachbarschaften und thematischen Netzwerken der Stadt entstehen kontinuierlich gemeinnützige Initiativen, die soziale, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitgestalten. Für diese Arbeit stehen in Berlin zahlreiche Förderoptionen bereit, die von landesweiten Programmen über bezirkliche Förderungen bis hin zu europäischen Fonds und privaten Förderpartnern reichen.
Dieser Beitrag unserer Blogserie zu den Fördermöglichkeiten in den Bundesländern gibt einen Überblick über zentrale Förderstrukturen und Anlaufstellen in Berlin. Er soll Sie dabei unterstützen, sich in der komplexen Förderlandschaft zurechtzufinden, passende Programme schneller zu erkennen und Ihre Projekte strategisch zu platzieren.
Ein Überblick: Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten in Berlin
Das größte Potenzial für gemeinnützige Fördermittel liegt auch in Berlin bei der öffentlichen Hand. Zentrale Ansprechpartner sind die Senatsverwaltungen, die als oberste Landesbehörden Förderprogramme in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen auflegen und steuern. Anders als Flächenländer verfügt Berlin nicht über Regierungspräsidien; eine besondere Rolle spielen stattdessen die zwölf Bezirke, die eigene Fördermittel vergeben und bei der Umsetzung landesweiter Programme mitwirken. Viele Förderlinien werden direkt durch die Senatsverwaltungen oder nachgeordnete Einrichtungen des Landes administriert, teilweise auch durch beauftragte Institutionen oder landeseigene Gesellschaften. Dadurch ergibt sich eine vielschichtige Förderstruktur, in der landesweite Programme und bezirkliche Fördermöglichkeiten eng miteinander verzahnt sind.
Neben dem Land als Förderer existiert in Berlin ebenfalls eine lebendige zivilgesellschaftliche Stiftungsszene: Zum Stichtag 2024 gab es in der Hauptstadt 1.102 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts, die vielfach gemeinnützige Zwecke verfolgen. Das entspricht einer Stiftungsdichte von rund 30 Stiftungen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, damit liegt Berlin leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die Stiftungen engagieren sich in vielfältigen Bereichen, darunter soziale Dienste, Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur sowie Wissenschaft und Forschung. Durch dieses breite Spektrum eröffnen regionale Stiftungen zusätzliche Fördermöglichkeiten für gemeinnützige Projekte mit lokalem Bezug im Land Berlin.
Unter Einbeziehung weiterer Förderakteure wie landeseigener Lotterien, Banken, Sparkassenstiftungen und privater Förderfonds ergibt sich auch in Berlin eine breit aufgestellte und vielfältige Förderlandschaft. Diese ergänzt die öffentlichen Programme des Landes und der Bezirke um zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und eröffnet gemeinnützigen Organisationen zahlreiche Ansatzpunkte für Projekte mit lokalem und landesweitem Bezug.
Die Senatsverwaltungen in Berlin als Förderpartner für gemeinnützige Aktivitäten
Die Senatsverwaltungen des Landes Berlin sind zentrale Förderpartner für gemeinnützige Organisationen. Sie entwickeln thematisch ausgerichtete Förderprogramme und stellen Mittel aus dem Landeshaushalt bereit. Anders als in Flächenländern gibt es in Berlin keine klassische Trennung zwischen Landes- und Kommunalebene: Neben den Senatsverwaltungen spielen auch die zwölf Bezirke eine wichtige Rolle bei der Förderung gemeinnütziger Projekte, insbesondere bei der Umsetzung landesweiter Programme und bei bezirklichen Förderlinien.
Jede Senatsverwaltung setzt eigene fachliche Schwerpunkte, etwa in den Bereichen Soziales und Engagement, Integration und Vielfalt, Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Kultur oder Stadtentwicklung. Diese inhaltliche Ausrichtung spiegelt sich in spezifischen Ausschreibungen und Zielgruppen wider. Gleichzeitig eröffnen Querschnittsthemen wie Teilhabe, Antidiskriminierung, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit häufig Förderzugänge über Ressortgrenzen hinweg. Für gemeinnützige Träger lohnt es sich daher, auch Programme solcher Senatsverwaltungen im Blick zu behalten, die auf den ersten Blick nicht zum eigenen Arbeitsfeld zu gehören scheinen.
Darüber hinaus setzt der Berliner Senat mit übergeordneten Strategien und Leitlinien politische Schwerpunkte, aus denen regelmäßig neue Förderaufrufe entstehen. Diese strategischen Zielsetzungen dienen dazu, Projekte gezielt an gesellschaftlichen Bedarfen auszurichten und nachhaltige Wirkung im Land zu erzielen. Wer diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt, erhält frühzeitig Hinweise auf neue Themenfelder und Fördermöglichkeiten.
Im folgenden Abschnitt stelle ich Ihnen eine Auswahl von Förderprogrammen der Berliner Senatsverwaltungen vor, die sich gezielt an gemeinnützige Träger richten und deren Arbeit finanziell unterstützen können.
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Projektförderung der Kulturverwaltung des Berliner Senats
Die Projektförderung der Kulturverwaltung des Berliner Senats ist ein zentrales Förderinstrument für die freie Kunst- und Kulturszene der Stadt. Über die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt werden projektbezogene Zuschüsse für zeitlich befristete Vorhaben in nahezu allen künstlerischen Sparten vergeben, darunter Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik, Literatur und interdisziplinäre Formate.
Gefördert werden professionelle Projekte mit klarem Berlin-Bezug, die ein überzeugendes künstlerisches Konzept und einen tragfähigen Finanzierungsplan vorlegen. Die Auswahl erfolgt in der Regel über Fachjurys. Für gemeinnützige Träger bietet die Projektförderung eine zentrale Möglichkeit, innovative kulturelle Vorhaben umzusetzen und gesellschaftlich relevante Themen sichtbar zu machen.
Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung
Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung ist ein landesweit bedeutendes Förderprogramm für kulturelle und künstlerische Projekte mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis etwa 27 Jahren. Er stellt jährlich insgesamt knapp drei Millionen Euro bereit und fördert Kooperationsprojekte, bei denen Partner aus Kunst und Kultur gemeinsam mit Bildungs- oder Jugendeinrichtungen neue Zugangswege zu Kunst und kultureller Bildung schaffen.
Gefördert werden Vorhaben unterschiedlichster Sparten, die ästhetische, intellektuelle und emotionale Erfahrungen ermöglichen und junge Menschen aktiv in die Projektgestaltung einbinden. Voraussetzung ist in der Regel eine Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus dem künstlerischen Bereich und Partnern aus Bildung oder Jugendhilfe.
Berlin nimmt im bundesweiten Vergleich eine Sonderrolle ein, da Landes- und kommunale Ebene eng miteinander verzahnt sind. Die Senatsverwaltungen entwickeln landesweite Förderprogramme, setzen strategische Schwerpunkte und stellen die Haushaltsmittel bereit. Die konkrete Umsetzung und Vergabe erfolgt jedoch häufig auf Bezirksebene: Die zwölf Berliner Bezirke verfügen über eigene Budgets, entscheiden über Förderanträge vor Ort und begleiten Projekte inhaltlich. Für gemeinnützige Organisationen bedeutet dies, dass Förderanträge je nach Programm entweder direkt beim Senat oder beim zuständigen Bezirksamt einzureichen sind. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Bezirk kann daher entscheidend sein, um passende Förderwege zu identifizieren und Projekte erfolgreich zu platzieren.
Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften (FEIN)
Das Programm „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften (FEIN)“ richtet sich an engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie gesellschaftliche Initiativen in Berlin, die sich für die Verbesserung ihrer unmittelbaren Umwelt und die Stärkung nachbarschaftlicher Strukturen einsetzen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen stellt den Bezirksämtern seit 2001 Sachmittel zur Verfügung, mit denen ehrenamtliche Aktivitäten zur Aufwertung und Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur unterstützt werden können. Gefördert werden zum Beispiel Renovierungen, Pflanzaktionen oder Maßnahmen zur Verschönerung und Pflege von Schulen, Kindertagesstätten, sozialen Einrichtungen, Grünflächen, Sportanlagen sowie öffentlichen Straßen und Plätzen in den Bezirken Berlins.
Antragsberechtigt sind bei Einzelmaßnahmen Bewohnerinnen und Bewohner sowie nicht gewinnorientierte Initiativen, bei den Pilotprojekten wirken die Bezirksämter als Träger. Entscheidend ist jeweils ein klarer Bezug zum Engagement in der Nachbarschaft und ein überzeugendes Konzept zur Verbesserung des öffentlichen Raums und der sozialen Strukturen vor Ort.
Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt
Das Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ unterstützt in Berlin vor allem Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Stadtteile. Es geht darum, die Wohn- und Lebensqualität, die Nutzungsvielfalt und die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu verbessern, indem bauliche Investitionen mit sozial- und gemeinschaftsorientierten Projekten verknüpft werden. Kern des Förderansatzes ist das Quartiersmanagementverfahren, das in konkreten Fördergebieten lokale Teams einsetzt, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Akteure vor Ort vernetzen, Beteiligungsprozesse initiieren und strukturfördernde Maßnahmen begleiten. Im Rahmen des Programms gibt es verschiedene Fonds und Instrumente wie Projekt-, Aktions- und Baufonds, die Zuschüsse für integrierte Entwicklungsmaßnahmen in Quartieren bereitstellen. Antragstellende wenden sich jeweils an das zuständige Bezirksamt, und die Umsetzung erfolgt im Einklang mit den lokalen Entwicklungs- und Handlungsstrategien der jeweiligen Quartiere.
Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) – Projektförderung in Berlin
Die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit (LEZ) ist ein Förderprogramm des Landes Berlin zur Unterstützung entwicklungspolitischer Bildungs-, Informations- und Bildungsarbeit. Über die LEZ werden Mittel bereitgestellt, um Projekte zu fördern, die globale Herausforderungen, internationale Gerechtigkeit sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Globalem Norden und Globalem Süden in den Blick nehmen und in Berlin sichtbar machen. Gefördert werden unter anderem Veranstaltungen, Workshops, Kampagnen und Bildungsangebote, die entwicklungspolitische Themen vermitteln und zur Sensibilisierung der Bevölkerung beitragen. Die Stiftung Nord-Süd-Brücken ist vom Land Berlin mit der Verwaltung dieses Förderprogramms beauftragt und betreut die Antragsverfahren sowie die Begleitung der geförderten Projekte auf operativer Ebene.
Förderung Instrumentale Amateurmusik
Der Landesmusikrat Berlin e. V. unterstützt über ein spezielles Förderprogramm gezielt die instrumentale Amateurmusik in der Stadt. Gefördert werden eingetragene gemeinnützige Vereine und andere als gemeinnützig anerkannte Träger, die ein instrumentales Amateurmusikensemble mit mindestens drei Musikerinnen und Musikern betreiben und deren Sitz sowie hauptsächliche Tätigkeit in Berlin liegt. Die Förderung konzentriert sich insbesondere auf die Bezuschussung von Honoraren für künstlerisches Leitungspersonal, Coaches oder Übungsleiter und damit auf die Stärkung der musikalischen Qualität und Organisationsstrukturen der Ensembles. Die Mittel stammen aus einer Zuwendung des Landes Berlin und werden über den Landesmusikrat vergeben.
Engagement- und Demokratieförderung des Berliner Senats
Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt bündelt mit ihrem Referat für Engagement- und Demokratieförderung Fördermittel für gemeinnützige Initiativen, die bürgerschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe stärken. Auf der Förderseite werden regelmäßig konkrete Förderaufrufe und Interessensbekundungsverfahren veröffentlicht, zu denen Projektanträge eingereicht werden können, etwa für Maßnahmen gegen Antisemitismus oder andere zivilgesellschaftliche Vorhaben. Die Förderung orientiert sich am Bedarf der Zivilgesellschaft und an gesamtstädtischen Zielen für Engagement und Demokratie, und sie wird ressortübergreifend entwickelt, um unterschiedliche Akteure zu erreichen.
Projektförderung der Beauftragten für Partizipation, Integration und Migration
Die Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration fördert gezielt Projekte, die die gesellschaftliche Teilhabe, Integration und das Empowerment von Menschen mit Migrationsgeschichte stärken. Dazu gehören unter anderem das Partizipations- und Integrationsprogramm (PartIntP), das migrantische Organisationen in ihrer Vernetzung und Sichtbarkeit unterstützt, sowie der Integrationsfonds, der quartiersbezogene Initiativen für Begegnung, Ankommen und sozialen Zusammenhalt fördert. Ergänzend werden Projekte begleitet, die Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte den Zugang zu lokalen Angeboten erleichtern und zivilgesellschaftliches Engagement stärken.
Förderung Sport im Verein – Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Berlin unterstützt sportliche Vereine und gemeinnützige Sportorganisationen mit vielfältigen Fördermöglichkeiten, die darauf abzielen, Sport für alle zugänglich zu machen und gleichzeitig gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Eines der zentralen Angebote ist das Teilnahme- und Vereinsförderprogramm, über das Vereine Zuschüsse für eigene Projekte erhalten können, etwa zur Förderung von Inklusion, Integration, Bewegung für ältere Menschen oder gezielten Angeboten für Frauen und Mädchen.
Ein besonderes landesweites Instrument ist das Vereinsinvestitionsprogramm (VIP): Es fördert Investitionen in Sportanlagen, Sportstätten und vereinseigene Infrastruktur, unter anderem durch Zuschüsse oder zinsvergünstigte Darlehen für Neubau, Sanierung oder den Erwerb von Grundstücken zur Sportnutzung.
EU-Fördermittel für gemeinnützige Aktivitäten in Berlin
Neben einer bundes- oder gar europaweiten Vergabe von Fördermitteln der EU gibt es auch europäische Fördermöglichkeiten, die gezielt in Berlin ausgeschrieben werden. Nachstehend sind zwei EU-Programme exemplarisch aufgeführt.
Europäischer Sozialfonds Plus (ESF+) in Berlin
Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) ist ein bedeutendes Strukturfondsprogramm der Europäischen Union, mit dem soziale Teilhabe, Bildung, Beschäftigung und Qualifizierung gefördert werden. Im Land Berlin wird das ESF+ im Rahmen der Förderperiode 2021–2027 umgesetzt und von der Investitionsbank Berlin (IBB) als zentrale Verwaltungs- und Durchführungsstelle betreut.
Der ESF+ unterstützt Maßnahmen, die die Beteiligung am Arbeitsmarkt verbessern, Qualifizierungs- und Lernchancen erweitern und soziale Benachteiligungen abbauen. Die Mittel fließen in drei thematische Schwerpunkte: Bildung, Fachkräftesicherung und soziale Inklusion, wobei rund die Hälfte des Budgets für Bildungs- und Qualifizierungsangebote vorgesehen ist.
Gefördert werden projektbezogene Vorhaben von Organisationen mit Sitz oder Wirkung in Berlin, die beispielsweise Qualifizierungsangebote, Maßnahmen zur Integration ins Erwerbsleben, inklusive Bildungs- und Beratungsangebote oder andere arbeitsmarktorientierte Projekte umsetzen. Die Antragstellung erfolgt über die IBB, die als Zwischengeschaltete Stelle die operativen Förderverfahren koordiniert. Der ESF+ bietet gemeinnützigen Trägern damit eine wichtige Finanzierungsquelle, insbesondere für Initiativen zur Förderung von Teilhabe, Beschäftigung und lebenslangem Lernen im Land Berlin.
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)
Der EFRE ist einer der zentralen EU-Strukturfonds, mit dem nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung unterstützt wird. In Berlin wird er genutzt, um Projekte in den Bereichen Stadtentwicklung, soziale Integration, Wirtschaftsförderung sowie innovationsoffene und quartiersbezogene Maßnahmen zu finanzieren. Maßnahmen wie das integrierte Förderprogramm „Europa im Quartier“ sind Beispiele dafür, wie EFRE-Mittel zur Stärkung sozialer und baulicher Strukturen im Stadtgebiet eingesetzt werden. Die operative Umsetzung und Verwaltung der EFRE-Programme erfolgt auf Landesebene, so dass Interessierte ihre Projektideen über Berliner Förderstellen einreichen können.
Weitere Förderpartner für gemeinnützige Aktivitäten in Berlin
Neben den öffentlichen Förderprogrammen des Landes Berlin gibt es eine Vielzahl nicht-öffentlicher Förderakteure, die gemeinnützige Projekte gezielt unterstützen. Stiftungen, Lotterie- und Sparkassenfonds, Wohlfahrtsverbände, Dachorganisationen und zivilgesellschaftliche Netzwerke stellen wichtige ergänzende Finanzierungsquellen dar und bieten häufig flexiblere Zugänge als staatliche Programme. Sie fördern sowohl innovative Einzelprojekte als auch langfristige Vorhaben in Bereichen wie Soziales, Bildung, Kultur, Jugend, Sport, Integration und Quartiersarbeit. Für gemeinnützige Organisationen lohnt es sich daher, diese privaten Förderpartner systematisch in die Fördermittelstrategie einzubeziehen und gezielt nach passgenauen Anknüpfungspunkten zu suchen.
LOTTO-Stiftung Berlin
Die LOTTO‑Stiftung Berlin ist eine zentrale Förderinstitution des Landes für gemeinnützige Projekte mit Berlin-Bezug. Sie unterstützt Vorhaben aus Bereichen wie Soziales, Kultur, Bildung, Jugend, Sport sowie Umwelt- und Naturschutz. Gefördert werden insbesondere Projekte, die gesellschaftliche Teilhabe stärken, innovative Ansätze verfolgen oder zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt beitragen. Antragsberechtigt sind in der Regel gemeinnützige Organisationen und juristische Personen; Voraussetzung ist ein überzeugendes Konzept und eine Umsetzung im Interesse des Landes Berlin.
PS-Sparen und Gewinnen – Förderung aus der Lotterie der Berliner Sparkasse
In Berlin werden gemeinnützige Projekte auch über das Förderinstrument „PS-Sparen und Gewinnen“ unterstützt. Bei dieser Spar- und Lotterielösung der Berliner Sparkasse fließen 25 Cent pro PS-Los an gemeinnützige Zwecke im Land Berlin. Diese Mittel werden von der Stiftung Berliner Sparkasse in Zusammenarbeit mit den zuständigen Senatsverwaltungen verteilt und stehen gemeinnützigen Einrichtungen aus Bereichen wie Erziehung, Bildung, Gesundheit, Kultur, Sport, Umwelt- und Naturschutz, Jugendhilfe oder Wohlfahrtswesen zur Verfügung.
Ein interessanter Förderpartner in Berlin speziell für die Bereiche Inklusion, Partizipation, Antidiskriminierung und Migration ist das House of Resources Berlin. Neben diversen Förderprogrammen wird hier auch eine Begleitung und Beratung angeboten.
Kreuzberger Kinderstiftung
Die Kreuzberger Kinderstiftung fördert in Berlin vor allem Vorhaben, die Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement stärken. Sie unterstützt gemeinnützige Projekte, die Kinder und Jugendliche dazu anregen, ihr Umfeld aktiv mitzugestalten, interkulturellen Austausch zu fördern und soziales Engagement zu entwickeln. Besonders erwünscht sind Initiativen, die von jungen Menschen selbst geplant oder umgesetzt werden. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Stipendien, etwa für ein Auslandsjahr nach dem mittleren Schulabschluss oder zur Förderung von Bildungswegen mit besonderen Herausforderungen.
Bürgerstiftung Berlin
Die Bürgerstiftung Berlin fördert Projekte und Initiativen, die das gesellschaftliche Zusammenleben in der Hauptstadt stärken. Sie unterstützt Vorhaben in Bereichen wie Bildung, Integration, Teilhabe und bürgerschaftliches Engagement, indem sie Mittel vergibt, Netzwerke initiiert und Wissen für zivilgesellschaftliche Akteur:innen bereitstellt. Gefördert werden gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Projekte mit klarem Berlin-Bezug, die nachhaltig positive Effekte im Stadtgefüge entfalten. Ein Schwerpunkt liegt auf niedrigschwelligen Angeboten, die Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen erreichen und aktiv in die Gestaltung ihres Umfelds einbeziehen.
Stiftung Berliner Leben
Die Stiftung Berliner Leben engagiert sich in Berlin für die Förderung von Kunst, Kultur, Bildung, Jugend- und Altenhilfe sowie Sport in den Quartieren der Stadt. Sie unterstützt Projektvorhaben, die stabile nachbarschaftliche Strukturen stärken, den sozialen Ausgleich fördern und Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen miteinander verbinden. Zu den geförderten Initiativen zählen kulturelle Bildungsangebote, Sport- und Begegnungsprojekte sowie Programme zur demokratischen Wertevermittlung für Kinder und Jugendliche. Im Fokus steht dabei meist ein mittel- bis langfristiger Nutzen für die Quartiere und die lokale Gemeinschaft, mit dem Ziel, das Engagement vor Ort zu stärken und einen nachhaltigen Beitrag zum städtischen Zusammenleben zu leisten.
Bei den Berliner Familienzentren findet sich eine Übersicht über Fördertöpfe für Vereine in Berlin für den Bereich Kinder, Jugend, Arbeit, Soziales, Sport, Senior/innen
Erhard-Höpfner-Stiftung
Die Erhard-Höpfner-Stiftung mit Sitz in Berlin fördert gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Forschung und Jugendhilfe. Ziel der Stiftung ist es, Bildungs- und Forschungsprozesse zu stärken und Chancengerechtigkeit für junge Menschen zu unterstützen. Gefördert werden insbesondere Maßnahmen, die innovative Bildungsansätze verfolgen, wissenschaftliche Aktivitäten begleiten oder Jugendlichen neue Perspektiven eröffnen.
Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin - Fördermittel für Mitglieder
Der Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin unterstützt seine Mitgliedsorganisationen nicht nur fachlich, sondern auch finanziell: Er wirbt Fördermittel ein und vergibt Verfügungsmittel aus eigenen und externen Quellen, um soziale Projekte und Anschaffungen seiner Mitglieder zu fördern. Ziel dieser Fördermittel ist es, die laufende soziale Arbeit in Berlin zu stärken, flexibel auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren und zusätzliche Maßnahmen außerhalb regulärer Finanzierungen zu ermöglichen. Der Verband verteilt Gelder u. a. aus Kooperationen mit Fördergebern wie der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, der Stiftung Hilfswerk Berlin, der Lotterie “Glücksspirale”, der Stiftung Frauengabe sowie über seine Stiftung Parität Berlin selbst.
Landessportbund Berlin – Förderportal und Förderangebote
Der Landessportbund Berlin e. V. bietet über sein Förderportal eine zentrale Anlaufstelle für Sportvereine und Sportverbände in Berlin, um Fördermittel digital zu beantragen und abzuwickeln. Im Portal werden verschiedene Programme verwaltet, etwa zur Digitalisierung von Vereinen, zur Vereinsentwicklung (Projekt- und Maßnahmenförderung) und unterstützen dabei, konkrete Projekte nachhaltig umzusetzen.
Stiftung des Jugend-, Familien- und Sozialhilfeverbands Berlin-Brandenburg (JFSB-Stiftung)
Die Stiftung des Jugend-, Familien- und Sozialhilfeverbands Berlin-Brandenburg (JFSB-Stiftung) unterstützt in Berlin gemeinnützige Vorhaben, die der Förderung der Jugendhilfe, Familienarbeit und sozialen Teilhabe dienen. Sie richtet sich vor allem an freie Träger, Initiativen und Einrichtungen der sozialen Arbeit, die Projekte zur Prävention, zur Stärkung familiärer Strukturen oder zur Unterstützung junger Menschen realisieren. Gefördert werden praxisbezogene Maßnahmen, die unmittelbar zu einer Verbesserung der Lebenslage von Kindern, Jugendlichen und Familien beitragen.
Hilfreiche Tipps zur Förderpartner-Suche in Berlin
Eine erfolgreiche Fördermittelakquise beginnt auch in Berlin häufig im unmittelbaren Umfeld. Aufgrund der besonderen Struktur des Stadtstaates lohnt es sich, zunächst sowohl die bezirklichen Fördermöglichkeiten als auch landesnahe Akteure in den Blick zu nehmen. Bezirksämter, lokale Stiftungen, Quartiersfonds, Verbände und engagierte Unternehmen bieten oft gut zugängliche Förderoptionen mit engem Praxisbezug. Ebenso wichtig ist der Blick ins eigene Netzwerk: Kolleginnen und Kollegen, Kooperationspartner oder Gremienmitglieder verfügen nicht selten über wertvolle Hinweise auf passende Fördergeber oder bestehende Zugangswege. Erst wenn diese lokalen und bezirklichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, empfiehlt sich die gezielte Recherche nach landesweiten Programmen, Bundesmitteln und EU-Förderungen.
Hilfreich ist zudem der Blick auf vergleichbare Projekte in Berlin. Wer analysiert, wie andere Organisationen ihre Vorhaben finanzieren, gewinnt wichtige Erkenntnisse über geeignete Förderpartner und tragfähige Finanzierungskombinationen. Hinweise finden sich etwa auf den Websites von Trägern und Stiftungen, in Presseberichten, Projektbeschreibungen oder der Öffentlichkeitsarbeit erfolgreicher Initiativen. Auf diese Weise lassen sich bewährte Modelle erkennen und für die eigene Förderstrategie nutzbar machen.
Wenn Sie weitere relevante Förderpartner in Berlin kennen oder eigene Erfahrungen teilen möchten, freuen wir uns über Ihre Hinweise und Anregungen im Kommentarbereich.






